Sie sind seit 70 Jahren Mitglieder der CDU

Zur Ehrung von Willi Vogler und Elisabeth Lehnhoff  (4. u. 6. v.l.) kam Generalsekretär Dr. Peter Tauber (re.).
Zur Ehrung von Willi Vogler und Elisabeth Lehnhoff (4. u. 6. v.l.) kam Generalsekretär Dr. Peter Tauber (re.).
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
In ganz Deutschland feiert die CDU ihr 70-jähriges Bestehen. Genau so lange sind die beiden Bottroper Elisabeth Lehnhoff und Willi Vogler dabei. Konrad Adenauer war ihnen ein Vorbild.

Bottrop..  Diese Veranstaltung war ein ganz besonderer Termin für die Bottroper Christdemokraten: Unter dem Motto „Meine CDU 2017“ diskutierte der örtliche Kreisverband im Kirchhellener Brauhaus nicht nur über die Zukunft der Partei, sondern richtete seinen Blick auch zurück auf seine Ursprünge. Mit Willi Vogler und Elisabeth Lehnhoff wurden zwei Mitglieder geehrt, die schon seit der Parteigründung Mitglieder sind. Der Bundestagsabgeordnete Sven Volmering, die Landtagsabgeordnete Dr. Anette Bunse und der Generalsekretär der Bundespartei, Dr. Peter Tauber wohnten der Ehrung am Freitagabend bei.

„Eigentlich wollte ich gar nicht politisch aktiv werden“, beschreibt Willi Vogler seine ersten Schritte auf dem Weg in seine politische Laufbahn. „Ich war nach dem Krieg in der katholischen Jugendbewegung aktiv und wurde von meinem Vater zu einer Veranstaltung geschickt, bei der es um die Neugründung einer christlichen Partei gehen sollte“, so der 90-Jährige. Insgesamt sei die Situation damals sehr schwierig gewesen in der Nachkriegszeit. „Als es dann zur Gründung kam, haben die Verantwortlichen zu einem kleinen Trick gegriffen und alle Anwesenden kurzerhand zu Gründungsmitgliedern erklärt. Dem haben dann auch alle einstimmig zugestimmt“, so der ehemalige Bergmann. Viele politische Höhepunkte hat Vogler seitdem erlebt, war viele Jahre selbst im Rat der Stadt Bottrop aktiv und hatte auch schon den Vorsitz im Sportausschuss inne. „Ein ganz besonderes Erlebnis hatte ich aber vor Kurzem. Mit meinen Söhnen wurde ich zu einer Feierstunde der Bundes-CDU eingeladen und wurde persönlich von Bundeskanzlerin Angela Merkel empfangen“, so Vogler, der noch ergänzt: „Das war schon ein besonderer Moment.“ Doch nicht nur die aktuelle Kanzlerin hat Vogler schon getroffen, auch den Weg von Konrad Adenauer hat Vogler gekreuzt: „Ein großer Staatsmann, der aber in privaten Momenten auch sehr herzlich sein konnte.“

Konrad Adenauer war auch einer der Gründe, warum Elisabeth Lehnhoff, in die Partei eintrat: „Der Hauptgrund war allerdings mein Vater, der mich mit zur Gründungsveranstaltung genommen hat“, berichtet die 89-Jährige. „Mein Vater sagte damals zu mir, ich solle einfach mal mitkommen und mir das mal anschauen. Meine Brüder waren aufgrund der Geschehnisse im Krieg nicht mehr an politischem Engagement interessiert, und so begleitete ich meinen Vater. So bin ich als Frau, was damals noch nicht so ganz selbstverständlich war, Mitglied geworden und auch bis heute geblieben.“ Vor allem Konrad Adenauer habe sie mit seinem entschlossenen Auftreten in der schwierigen Nachkriegszeit fasziniert. Ob die Politik denn früher besser war, das wollte Elisabeth Lehnhoff nicht bestätigen, sieht aber durchaus die Notwendigkeit, dass sich die aktuelle Generation der Politiker bei den Aktiven der Gründungszeit etwas abschaut: „Bei der aktuellen Schuldenkrise in Griechenland, da würde ich mir schon wünschen, dass die Kanzlerin mal einfach auf den Tisch haut. So wie es auch Konrad Adenauer damals oft gemacht hat.“

Insgesamt hat die Bottroper CDU fünf Mitglieder, die schon seit 70 Jahren dabei sind, Neben Liesel Lehnhoff und Wilhelm Vogler sind das Hildegard Mensing, Ernst Mertens und Franz-Josef Noll.