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Sie liebt Träume in Weiß

27.03.2009 | 18:05 Uhr

Christiane Lammerding möchte damit eine Austellung bestreiten und hofft auf Leihgaben

An jedem Hochzeitstag holt Christiane Lammerding ihr Brautkleid aus dem Schrank, zieht es an und geht einmal damit durch den Garten. Dann wird es wieder weg gepackt. Bis zum nächsten Jahr...

In die Kleidersammlung geben? Verschenken? Abschneiden und umfärben (das tat ihre Mutter)? All' das, was man mit so einem Kleid nach dem vermeintlich schönsten Tag im Leben machen könnte, kam und kommt für sie überhaupt nicht in Frage. „Ich liebe Brautkleider”, sagt sie schlicht als Erklärung. Von Kindheit an, durchs Königs-Hochzeiten gucken mit Oma. Und diese Liebe zum Traum in Weiß teilen viele mit ihr - davon ist sei überzeugt.

Kleider anschauen, über Hochzeitsriten plaudern - das schwebt der 40-jährige Diplom-Sozialpädagogin aus der Boy vor, und deshalb will sie eine Brautkleiderausstellung veranstalten.

Nichts Kommerzielles wie es heutzutage die Brautmodemessen in vielen Stadthallen bieten. Christiane Lammerding sucht vielmehr Kleider aus vergangenen Tagen, vielleicht zwei, drei aus jedem Jahrzehnt, die ihr leihweise überlassen werden. Im Schutzengelhaus könnte sie sich so eine Ausstellung vorstellen: Die Kleider auf Büsten gezogen, zu jedem eine kleine Geschichte, nach Jahrzehnten zugeordnet zwischen Stellwände gepackt, vielleicht Blumenarrangements dazu - und die Tasse Kaffee zum Plaudern.

Neben ihrem eigenen Brautkleid kann sie auch schon zwei weitere beisteuern: Gut 50 Jahre ist das eine alt, das ihr die Mutter einer Freundin zur Verfügung gestellt hat. Cremefarbener Satin-Stoff, ein - sozusagen: Halb-Hütchen, das aufs Haar gesteckt wurde und an dem der Schleier befestigt war. So ähnlich trug's Grace Kelly, als sie 1956 den Fürsten von Monacco heiratete.

Das zweite Kleid stammt aus den 30-er Jahren. Schwerer Stoff, es könnte Georgette sei, ein Schleier, noch mit Resten des Myrtenkränzchens. Es war in einem alten Persil-Karton bei einer Haushaltsauflösung auf einem Dachboden gefunden und von Christiane Lammerding im Warenhaus „Allerhand aus zweiter Hand” entdeckt worden.

Gebrauchsspuren tragen beide Brautkleider. Macht gar nichts, ermuntert Christiane Lammerding alle, die sich vielleicht der Kaffeeflecke oder Make-Up-Spuren schämen. Und klar ist: Wenn frau ein Kleid beisteuert, muss sie nicht selbst hineinschlüpfen. Das könnte schon mal schwierig werden nach all den Jahren...

Obwohl, da gibt's Tricks, erinnert sich Christiane Lammerding an ihre Petersilienhochzeit (immer zwölfeinhalb Jahre nach der Trauung), zu der Freundinnen in ihren Brautkleidern kamen. Da sperrte doch manch' Reißverschluss oder Knopfreihe. Dem Problem war schnell beizukommen mit weißen Kitteln wie man sie aus Arztpraxen kennt zum Drüberziehen ...

Helga Pillar

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