Selbstloser Einsatz im Sandkasten
30.09.2008 | 16:44 Uhr 2008-09-30T16:44:00+0200Für den guten Zweck opfern Pfadfinder aus St. Peter ihre Herbstferien. Im Kindergarten St. Matthias sanieren sie mit Hilfe von Sponsoren den Spielplatz.
Eingemummt in Regenkleidung und bewaffnet mit schwerem Gerät sind die Pfadfinder der Gemeinde St. Peter auf dem Gelände des Kindergartens St. Matthias im Einsatz. Die Roverrunde des Stammes, das sind 16- bis 21-jährige Pfadfinder, hat sich vorgenommen, Sandkasten und Blumenbeete in Form zu bringen.
Es winken zusätzliche Ausbildungsplätze
Dafür opfern die Schüler sogar einen Teil ihrer Herbstferien. „Wir nehmen mit unserer Gruppe am Roverbundesunternehmen teil. Roverrunden aus ganz Deutschland haben sich zum Ziel gesetzt, so viele Projekte wie möglich zu verwirklichen. Schaffen wir mindesten 101, haben verschiedene Unternehmen zugesichert, zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen”, erklärt der Gruppenleiter Björn Kalms.
Kein Wunder, dass sich die Jugendlichen dafür mächtig ins Zeug legen. Mit dem Elektrohammer, aber auch mit bloßer Muskelkraft brechen sie die Betonfundamente der Sandkastenbegrenzung ab. „Das waren Holzpalisaden, die zum großen Teil morsch waren. Wir ersetzen sie durch Kunsstoffpalisaden. Die sind haltbarer”, erklärt Philipp Langer.
Firma spendiert 14 Kubikmeter Sand
Die neue Begrenzung zahlt der Kindergarten übrigens selbst, den neuen Sand haben dagegen die Rover besorgt. „Wir haben uns Sponsoren gesucht, und eine Firma spendet uns 14 Kubikmeter Sand”, freut sich Ann-Kathrin Wesche über diesen Erfolg.
Aber warum renoviert die Gruppe ausgerechnet den Kindergarten St. Matthias? Wäre im Kindergarten St. Peter nichts zu tun gewesen? „Uns war schnell klar, dass wir ein soziales Projekt machen wollten. Nachdem wir uns darauf geeingt hatten, in einem Kindergarten zu helfen, haben wir verschiedene Einrichtungen in Bottrop angeschrieben und angeguckt”, beschreibt Ann-Kathrin das Auswahlprozedere.
Schnell sei den Jugendlichen klar geworden, dass sie in Ebel aktiv werden müssten. „Es gibt Kindergärten, die haben ganz andere Möglichkeiten als der hier. Da tun sich dann vielleicht die Eltern zusammen und packen an oder spenden ein Klettergerüst”, haben die Jugendlichen erfahren. Deshalb sei die Entscheidung relativ leicht gewesen. „Uns war klar, hier können wir helfen”, fasst Philipp den einstimmigen Beschluss der Gruppe zusammen.
Kindergartenkinder sind begeistert
Noch bis Freitag wollen die Jugendlichen dem Wetter trotzen und den Kindern einen ordentlichen Sandkasten bauen. Bei denen kommt das Engagement der Pfadfinder super an. „Die würden am liebsten selbst mit anpacken. Eines der Kinder hatte extra schon Malocher-Handschuhe dabei”, sagt Kindergartenleiterin Rita Heenen. Auch sie ist natürlich begeistert von dem selbstlosen Einsatz der Rover. „Auch den Hintergrund des gesamten Projektes und die Idee, dadurch zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen, finde ich großartig.”
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