Selbsthilfegruppe für Essstörung lädt Betroffene zu Treffen ein

In der Erzählung „Ein Hungerkünstler“ von Franz Kafka heißt es: „Versuche, jemandem die Hungerkunst zu erklären! Wer es nicht fühlt, dem kann man es nicht begreiflich machen.“ (Franz Kafka).

Die „Hungerkunst“, auch Magersucht (Anorexia nervosa) genannt, ist nur eine von vielen Essstörungen. Weitere Formen dieser schweren psychischen Erkrankung sind Ess-Brech-Sucht (Bulimie), Fressattacken (Englisch: Binge-Eating) oder die unspezifische Ess-Sucht.

Das Spektrum der Essstörungen ist groß. Eine klare Abgrenzung ist jedoch nicht möglich, da die Merkmale oft ineinander übergehen und sich vermischen. Auch wechseln Betroffene oft von einer Form zur anderen.

Eine Gemeinsamkeit haben jedoch alle Arten der Essstörungen: Sie sind ernstzunehmende psychosomatische Erkrankungen mit Suchtcharakter, welche durch schwere Störungen des Essverhaltens und des Selbstbildes gekennzeichnet sind. Die ständige gedankliche und emotionale Beschäftigung mit dem Thema „Essen“ ist zentral und bestimmt das Leben. Diese Abhängigkeit bringt eine andauernde Unzufriedenheit mit sich, mit der Figur und mit dem Aussehen. Häufig entwickeln sich Essstörungen schleichend. Schätzungen zufolge ist jeder fünfte Jugendliche gefährdet.

In der Bottroper Selbsthilfegruppe für Essstörungen können die Betroffenen mit Menschen reden, die dasselbe fühlen und durchmachen. Es werden Erfahrungen, Ängste und Therapiemöglichkeiten ausgetauscht. Wer an einer Essstörung leiden und über diese sprechen möchten, ist zu den regelmäßigen Treffen eingeladen.