Bottrop

Seine Zunge brachte Bottroper zu "Wetten, dass...?"

Marco Böhm mit Moderator Thomas Gottschlak hinter den Kulissen im Bereich der Kandidaten.
Marco Böhm mit Moderator Thomas Gottschlak hinter den Kulissen im Bereich der Kandidaten.
Foto: Silke Böhm
Was wir bereits wissen
Marco Böhm war zwei Mal Wettkandidat bei Thomas Gottschalk. Mit der Zunge stoppte er Ventilatoren, erriet Reifen-Profile. Aus für die Show ärgert ihn.

Bottrop. „Topp, die Wette gilt!“ Das wohl berühmteste Kommando der Fernsehgeschichte, zweimal galt es allein ihm. Marco Böhm war zweimal Kandidat bei „Wetten, dass...?“. 2007, bei seinem Auftritt in der Sommerausgabe auf Mallorca, wählten ihn die Zuschauer sogar zum Wettkönig.

Ein Gänsehaut-Erlebnis, von dem der 39-Jährige noch heute schwärmt. Mit seiner Zunge hat er Ventilatoren angehalten und damit nicht nur die britische Schauspielerin Liz Hurley – sie war damals seine Wettpatin – überrascht. Ein zweites Mal hat er es 2012 in Offenburg versucht. Auch dort ging es wieder um „Zungenfertigkeit“. Mit der Zunge wollte er Reifenmarken am Profil erkennen. Das hat aber leider nicht wie geplant geklappt.

Ein Zufall führte ihn in die Show

Dass heute die letzte Ausgabe überhaupt über den Bildschirm flimmert, kann Marco Böhm überhaupt nicht nachvollziehen. Klar, die Einschaltquoten seien zuletzt gesunken, „doch es schauen immer noch mehr Menschen als bei jeder anderen Show zu“, sagt Böhm. Die gemeinsamen Fernsehabende mit seinen Eltern sind ihm noch gut in Erinnerung: „Das war damals Samstagabend das Größte.“

Dass er dann selbst einmal auf der großen Showbühne landen würde – das war so nicht geplant. Es sei vielmehr ein „dummer Zufall“ gewesen. Während der Nachtschicht auf der Arbeit lief nebenbei der Fernseher – „Wetten, dass...?“ „Da haben wir dann diskutiert, dass man auch mal eine schräge Wett-Idee einreichen müsste.“ Ein Blick auf den Ventilator und die Idee war geboren.

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Die Kandidaten dürfen glänzen

Böhm schwärmt von der Atmosphäre hinter der Bühne und von Thomas Gottschalk. „Der ist unheimlich locker und tut alles, um die Kandidaten gut aussehen zu lassen.“ Schon im Vorfeld habe er nachgefragt, ob es Themen gebe, die er während der Sendung nicht ansprechen solle, verrät Böhm. Auch kleine Gags oder Überleitungen seien zum Teil abgesprochen worden, damit nachher alles locker aus einem Guss erscheine.

"Jan Josef Liefers hat in Offenburg meinen Sohn getröstet"

Eine Erfahrung, die der Bottroper sowohl bei seiner Premiere auf Mallorca als auch bei seinem Auftritt in Offenburg gemacht hat. Auch die prominenten Showgästen seien unkompliziert gewesen. „Jan Josef Liefers hat nach meiner verlorenen Wette in Offenburg meinen Sohn getröstet.“ Mit seiner Frau Anna Loos war Tatort-Darsteller Liefers Pate bei Böhms Autoreifenwette.

Auf Mallorca saß er mit Sänger Enrique Iglesias in der Garderobe

Selbst internationale Größen seien in der Regel offen und zugänglich gewesen. „Die Garderoben der Kandidaten waren auf Mallorca auf einer Ebene mit denen der Stars“, sagt Böhm. Seine lag sogar so, dass alle bei ihm vorbei mussten. So kam es auch, dass er eine Stunde mit Sänger Enrique Iglesias in der Garderobe gesessen und sich unterhalten habe. „Ein Supertyp“, erinnert sich Böhm. Bei seinem Auftritt in Offenburg dann habe er mit Dr. House-Darsteller Hugh Luarie draußen gestanden und geraucht und mit Whoppi Goldberg „gequatscht“.

Für Böhm ist klar: „Eine solche Show wird es nie mehr wieder geben.“ Dass er und seine Familie den Samstagabend vor dem Fernseher verbringen – Ehrensache.

Nach dem Auftritt ging der Rummel richtig los

Wie viel Aufmerksamkeit die Show genießt, davon kann Marco Böhm ein Lied singen. Als er 2007 Wettkönig wurde, musste er nach der Sendung erst zahlreiche Interviews geben. „Das ging bis tief in die Nacht“, erinnert er sich. Noch heute werde er manchmal auf seine Teilnahmen angesprochen. Selbst bis in die Microsoft-Werbung zur Einführung von Windows Vista schaffte es der ZDF-Ausschnitt mit Böhm. Auch eine Einladung zur chinesischen Wetten-dass-Ausgabe gab es. Zu einem Auftritt sei es aber nicht gekommen, sagt Böhm.

Related content Dass sich ein Comedian meldete und Böhm beschuldigte, die Ventilator-Nummer beim ihm abgekupfert zu haben, bezeichnet Böhm als Wermutstropfen. Er habe den Trick vorher nicht gekannt. Trotzdem hätten sich vor allem die Boulevard-Medien auf dieses Thema gestürzt.

Die geballte Aufmerksamkeit und die Macht mancher Medien sei nun auch mitverantwortlich für das Aus der Show, glaubt Böhm. Teilweise sei doch nur auf Fehler von Markus Lanz gewartet worden, so Böhm. Er hätte dem Gottschalk-Nachfolger eine faire Chance gewünscht und auch ein wenig Nachsicht gegenüber Patzern.