Sechs Abiturienten aus Bottrop stellen ihre Ziele vor

Was wir bereits wissen
Studium, Ausbildung, ein soziales Jahr oder erst einmal die Welt erobern? Wir haben mit jungen Leuten über ihre Pläne nach dem Abi gesprochen.

Bottrop.. Nach dem Abitur gehen die Wege auseinander. Die Angebote sind vielfältig, aus denen junge Leute nach dem erreichten Abschluss auswählen. Während die meisten bereits feste Ziele verfolgen, bleiben andere unschlüssig. Sechs Abiturienten stellen ihre Schritte in den nächsten Lebensabschnitt vor.

Ausland als Ziel

Felix Nowak (18) vom Heinrich-Heine-Gymnasium und Josefine Pechan (18) vom Albert-Einstein-Gymnasium in St. Augustin haben ein gemeinsames Ziel. Zusammen fliegen sie über die Organisation „Praktikawelten“ für sechs Monate nach Australien und anschließend einen Monat nach Neuseeland, um dort ihre freie Zeit als Rucksacktouristen zu genießen und ihre Englischkenntnisse zu verbessern. „Die kann ich gut für mein angestrebtes Medizin-Studium gebrauchen“, erklärt Josefine. Um auf die andere Seite der Erde reisen zu können, hat sie in ihrer freien Zeit nach den Abiturprüfungen in der Gastronomie gearbeitet.

Felix war schon in Amerika

Felix verdiente sich sein Reisegeld auf einer Baustelle. „Außerdem habe ich tolle Einblicke in die Handwerksarbeit bekommen.“ In den letzten zwei Jahren hat er bereits Auslandserfahrungen sammeln können. 2014 verbrachte er vier Wochen in Amerika, nachdem er 2013 für drei Monate in Santa Barbara, Kalifornien, gelebt hat und ein dreiwöchiges Praktikum in einer Pharmazie absolvierte.

Nach dem Auslandsaufenthalt wollen Felix ein Pharmazie- und Josefine ein Medizinstudium aufnehmen. Sie freuen sich schon auf das Studentenleben und wollen es so weit wie möglich genießen.

Zur Bundeswehr

Ein heute eher ungewöhnliches Ziel verfolgt der 18-jährige Matthias Hoffjan bereits seit der elften Klasse. Mit einem Notendurchschnitt von 1,7 hat er sich bei der Bundeswehr beworben und gleich für 13 Jahre verpflichtet. Sein Abitur bestand er am Josef-Albers-Gymnasium. Inzwischen hat er das Kasernentor bereits passiert und wird in seine Heimatstadt für eine lange Zeit nur noch als Besucher kommen.

Matthias geht zur Bundeswehr

„Ich habe mich schon immer für Militärgeschichte interessiert und war von der Ehrlichkeit und Offenheit der Ausbilder positiv überrascht.“ Jedem werde die Entscheidung selbst überlassen, diesen Berufsweg anzutreten. Sein Entschluss, zur Bundeswehr zu gehen, habe sich dadurch weiter gefestigt. Nun schaut Matthias mit Spannung und Neugier auf die bevorstehende Zeit.

Von fester Absicht bis unentschlossen

Nach einer anderthalbjährigen Ausbildung in Munster, Dresden, Idar-Oberstein und anderen Städten beginnt Matthias Hoffjan ein dreijähriges Studium der Wirtschafts- und Organisationswissenschaften an der Bundeswehr-Uni München und kann sich dort bereits Leutnant der Artillerie nennen.

„Studiengänge wie Psychologie waren mir zu abstrakt. Mit einem Studium in Wirtschaftswissenschaften kann ich später mehr anfangen.“ Außerdem sei es bodenständiger und interessiere ihn mehr.

Mit Ablauf der 13 Dienstjahre wird er mindestens Hauptmann sein und hofft, danach weiter bei der Bundeswehr bleiben zu können.

Soziales

Die 17-jährige Maria Klanten ist noch unschlüssig, was genau sie später machen möchte. Nach ihrem Abschluss am Josef-Albers-Gymnasium ist zumindest klar, dass sie studieren möchte. Nur weiß sie noch nicht genau was.

Ausschlaggebend für diese Entscheidung war die Erfahrung von Marias Schwester Lisanne. Auch sie wollte die Zeit nach dem Abi sinnvoll nutzen, wurde ebenfalls „Bufdi“ und war mit diesem Schritt sehr zufrieden. Auch sie arbeitet in einem Essener Jugendhaus und macht auf diesem Weg weiter beim Jugendamt Essen, demnächst als Trainee. Maria freut sich schon, anderen Menschen in ihrer freien Zeit helfen zu können.

Kilian will Bier brauen

„Ziemlich planlos“ sei er zuvor gewesen, hätte nicht gewusst, für was er sich bewerben soll. Erst durch einen Berufsinformationstag in der Schule und ein Werbe-Video einer Brauerei ist Kilian Luerweg (18) vom Josef-Albers-Gymnasium auf den Geschmack gekommen.

Er wird jetzt eine Ausbildung zum Brauer und Mälzer beginnen. Über einen bestandenen Einstellungstest, der Grundwissen in Mathematik, Chemie und Physik voraussetzte, ging es zum Vorstellungsgespräch in die König Brauerei nach Duisburg.

„Andere vor mir kamen mit Schweißperlen auf der Stirn aus dem Büro, aber ich fand das Gespräch super.“ Das fanden offensichtlich auch seine Gesprächspartner, denn Kilian erhielt kurz darauf den Bescheid, dass er die Ausbildung antreten darf. Drei Jahre wird sie dauern.

Nach einer Brauereibetriebsführung teilen auch die Eltern die Begeisterung ihres Sohnes. Auf seinen ersten Arbeitstag am 3. August freut er sich. „Die Leute sind alle sehr nett, und 20-jährige Dienstjubiläen sind dort schon fast unterste Grenze.“ Er hofft, ebenfalls für lange Zeit dort arbeiten zu können.

Praktikum

Um Einblicke in die Arbeitswelt des Journalismus zu erhalten, absolviert Thorben Allkemper (18, Autor dieses Artikels) ein Praktikum in der Redaktion der WAZ. Es dient als Vorbereitung auf ein Studium im Bereich Journalistik. Sechs Wochen lang arbeitet er in der Redaktion und steckt mitten im Geschehen.

„Die ersten Tage gefielen mir schon gut, und ich bin gespannt auf die noch kommenden Wochen und Termine.“