Schwimmer bauen bis zuletzt am Kanevalswagen

Beim Wagenbau der Schwimmvereinigung packen alle Generationen mit an.
Beim Wagenbau der Schwimmvereinigung packen alle Generationen mit an.
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
Die Schwimmvereinigung Bottrop 1924 beteiligt sich seit Jahren am Rosenmontagszug. Am Tag davor basteln die Mitglieder am Lkw. Diesmal nehmen sie Marco Reus aufs Korn.

Bottrop..  In der Luft liegt der Duft von Silikonkleber. Wer in die Halle will, stolpert über Schrauben, Span- und Aluplatten. Hier wird auf den letzten Drücker am Motivwagen für den Rosenmontagszug geschraubt. Jedes Jahr ist die Schwimmvereinigung Bottrop 1924 e.V. mit einem Wagen beim Rosenmontagszug dabei; jedes Jahr wird am letzten Wochenende vor dem Zug gewerkelt. Entsprechend routiniert und entspannt die Stimmung in der Halle.

30 Helfer werkeln mit

Im Hintergrund stehen schon zwei fertig geschmückte Wagen, doch den Großteil der Halle nimmt der große 7,5-Tonner ein. Die Plane, die sonst über der Ladefläche ist, haben die Wagenbauer schon abgenommen. Jetzt wird – nur wenige Stunden vor dem großen Auftritt – emsig geschraubt, geschneidert und gebastelt. Kurz vor knapp haben sich 30 Helfer eingefunden, um den mittlerweile 16. Karnevalswagen des Vereins fertigzustellen. „Wir mieten den Wagen und machen ihn immer am Sonntag vorher fertig“, sagt Marc Lewandowsky, dessen ganze Familie mit anpackt. Dann werden Aluplatten mit Raufasertapete beklebt, ausgeschnittene Buchstaben aufgeklebt, Luftballons aneinander geschnürt und die Musikanlage auf dem Wagen angebracht.

Doch was ist denn nun das mysteriöse Motto des Wagens? „Wir wollen immer aktuell sein, und meistens haben wir auch einen Bezug zu uns“, verrät Lewandowsky. Und dann kann man es auch schon erahnen – die längliche Spanplatte ziert die Schrift „Lappenlos durch die Nacht - Reus, wer hätte das gedacht?“ Nachdem die Helfer die lange Luftballon-Schlange angebracht haben, wenden sich die Schwimmer wieder dem Kicker zu: Mithilfe eines Beamers werden Autos und eine Karikatur des Fußballers auf den Wagen projiziert.

Dann sind die Künstler gefragt. In liebevoller Kleinarbeit übertragen sie die Bilder auf den Wagen. „Karneval kann man mal alles mit einem Augenzwinkern sehen, wir wollen ja auch kein böses Blut erzeugen“, so Marc Lewandowsky. Deshalb habe es auch noch nie Beschwerden, sondern nur positive Rückmeldungen gegeben. „Ist ja alles nur Spaß.“

28 Mitglieder – von Jung bis Alt – fahren heute mit und werfen Kamelle. Säckeweise landen Chips, Popcorn, Gummibärchen und Quietsche-Entchen auf der Ladefläche – bezahlt von den Mitgliedern – und die Vorfreude steigt.

„Es ist viel Arbeit, aber es macht auch viel Spaß“, lacht Inge Heidenhof, während drei Männer die Unterkonstruktion aus Holz anbringen, damit ja niemand unter die Räder geraten kann. „Gleich kommt die Dekra und nimmt den Wagen ab, da muss alles sitzen“, so Britta Lewandowsky.

Und da Wagenbauen hungrig macht, ist das riesige Buffet direkt neben dem Wagen aufgebaut. So kann sich jeder den Bauch vollschlagen. „Nachher gibt’s auch noch Currywurst, das ist schon Tradition“, verrät Britta Lewandowsky.