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Schwein ist vom Speiseplan gestrichen

01.03.2016 | 17:56 Uhr
Schwein ist vom Speiseplan gestrichen
Küchenchef Marco Kobe vom DRK-Heim Rottmannsmühle beliefert mit seiner Großküche auch Kitas und Schulen. Schweinefleisch steht aber nicht mehr auf dem Speiseplan.Foto: Heinrich Jung

Bottrop.   In den meisten Kitas und Schulen wird es nicht mehr angeboten, damit auch muslimische Kinder mitessen können. Die DEG empfiehlt Geflügel als gesünder.

Schweinefleisch – das landet heute nur noch selten in Topf oder Pfanne. Schwein steht auf dem Index, weil es als weniger gesund gilt und weil es von Menschen mit muslimischem Glauben nicht gegessen werden darf. Kindergärten und Schulen haben daher Schwein fast komplett vom Speiseplan gestrichen.

Bereits über die Ausschreibung der Bewirtung in den Schulen und Kindertagesstätten hat die Stadt Bottrop die Fleischfrage geregelt, erklärt Stadtsprecher Ulrich Schulze. Zur Bedingung wurde darin gemacht, dass es mittags ein vegetarisches Essen neben dem Essen mit Fleischbeilage geben muss. Falls Schweinefleisch auf dem Speiseplan steht, muss eine dritte Alternative für muslimische Kinder angeboten werden. Neben der Firma „apetito“, so Schulze, sei auch die Firma „Stattküche“ im Einsatz. „Die meisten Schulen und Kindergärten bieten kein Schweinefleisch mehr an“, bestätigt Nikolas Kamenz von der Firma „Stattküche“, die in Bottrop eine Niederlassung hat und auch etwa zehn Bottroper Kindergärten und Schulen beliefert. Schwein stehe meist nur da auf dem Speiseplan, wo Schüler sich in der Mensa selber bedienen und auswählen könnten.

„Dort, wo wir viele muslimische Kinder haben, verzichten wir komplett auf Schweinefleisch“, erklärt auch Stefanie Reich, Fachbereichsleiterin bei der evangelischen Kirche, zur Versorgung in den evangelischen Kindertagesstätten und im Offenen Ganztag. Man habe früher versucht, ein anderes Essen für muslimische Kinder anzubieten, sei dabei aber auf Skepsis bei den Eltern gestoßen, die ihre Kinder dann lieber nicht mitessen lassen wollten. „Wir wollen ja auch niemanden ausgrenzen“, meint Reich, deshalb habe man sich zum Verzicht entschlossen. Ein generelles Schweinefleischverbot gebe es allerdings im Offenen Ganztag und den Kitas nicht.

DEG empfiehlt wenig Fleischkonsum

Kindergärten und Schulen, die von der Großküche im DRK-Seniorenheim Rottmannsmühle beliefert werden, finden allerdings generell kein Schweinefleisch mehr auf dem Speiseplan. „Das haben wir gestrichen“, betont Uwe Rettkowski, Geschäftsführer des DRK. „Wir bieten nur noch Geflügel an.“ Die DRK-Küche liefert auch das Essen für die Flüchtlinge in der Landesunterkunft an der Brakerstraße.

Essen ohne Schweinefleisch – das entspricht auch den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DEG). Die empfiehlt „weißes“ Fleisch (Geflügel) als „gesundheitlich günstiger“. Mehr als ein- bis zweimal pro Woche sollte Fleisch allerdings nicht auf den Tisch kommen, dafür aber viel Getreide und Getreideprodukte, Kartoffeln, Gemüse, Salat, Obst, Milch und Milchprodukte, gerade für die Kinder.

Ute Hildebrand-Schute

Kommentare
17.03.2016
12:23
Schwein ist vom Speiseplan gestrichen
von Europeer | #12

... zu Hause wirft Papa am Wochenende den Grill an, verpestet die Luft, doch das Fleisch schmeckt allen. Dass die massenhafte Zucht und Haltung von...
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2016-03-01 17:56
Bottrop