Schulen helfen auf Weg in Arbeitswelt

Hilfe bei der Berufsorientierung ist wichtig, hier in einem Camp der Hauptschule Kirchhellen vor gut zwei Jahren im Kirchhellener Jugendkloster.
Hilfe bei der Berufsorientierung ist wichtig, hier in einem Camp der Hauptschule Kirchhellen vor gut zwei Jahren im Kirchhellener Jugendkloster.
Foto: Olaf Fuhrmann
Was wir bereits wissen
Tests sollen jungen Leuten zeigen, was in ihnen steckt. Die Verfahren werden künftig Standard.

Bottrop..  Um Schülerinnen und Schüler besser auf den Einstieg ins Berufsleben oder auf ein erfolgversprechendes Hochschulstudium vorzubereiten, werden jetzt an vorerst sieben Schulen sogenannte Potenzialanalysen zum Standard.

Bei diesen Test soll klar werden, welche Vorlieben die jungen Leute tatsächlich haben und was sie gut können. „Wesentlich ist dabei der Blick auf die Stärken der Jugendlichen und nicht die Benennung von Defiziten“, erläutert Wolfgang Wuwer, Mitarbeiter der neuen Koordinierungsstelle zur Berufsorientierung, die dem städtischen Ressort für Jugend und Schule angegliedert ist. „Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine von den Schulen unabhängige Einschätzung ihrer Potenziale“, betonte Wuwer.

Beratungsgespräche

Auch ihre Eltern werden vorher auf Informationsabenden an den jeweiligen Schulen gezielt über die Tests unterrichtet, und jeder einzelne Schüler kann sich nach der jeweiligen Potenzialanalyse in einem individuellen Beratungsgespräch die Auswertung erläutern lassen.

Diese Tests sind die ersten Bausteine einer systematischeren Berufs- und Studienorientierung. Die neue Koordinierungsstelle soll dabei gute Konzepte der einzelnen Schulen bündeln. Dazu können zum Beispiel Lernpartnerschaften mit Firmen, Boys-und Girls-Days in Betrieben wie Hochschulen oder der Besuch der jährlichen Ausbildungsmesse gehören. Vor allem sollen solche Elemente dauerhaft angeboten und auch für möglichst alle Schulen verbindlich werden.

Sieben Schulen nehmen teil

Damit will die Stadt unter dem Dach der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ den Wechsel von der Schulbank in die Ausbildungsbetriebe oder ins Studium verbessern. Gerade in Bottrop steht es damit ja nicht zum besten. So wechseln hier nur rund 36 Prozent der jungen Leute nach Abschluss der Klasse 10 in eine Berufsausbildung, landesweit sind es dagegen 45 Prozent. Über 22 Prozent der Schüler absolvieren Überbrückungsmaßnahmen zur beruflichen Qualifikation, weil sie keine Chance auf eine Lehrstelle haben. Im Landesdurchschnitt sind es nur 17 Prozent. Weiter zur Schule gehen in Bottrop 41 Prozent der Zehntklässler, doch nur 33 Prozent erreichen das Schulziel dann auch (die WAZ berichtete).

Damit ihre Schüler den Anschluss nicht verlieren, nehmen sieben Schulen zurzeit an dem Projekt teil: die Adolf-Kolping-Schule, alle drei Realschulen, die Janusz-Korczak-Gesamtschule, sowie in Kirchhellen die Hauptschule und das Vestische Gymnasium. An der Adolf-Kolpingschule hat der Elternabend schon stattgefunden.Die Gustav-Heinemann-Realschule und die Marie-Curie-Realschule laden dazu am Mittwoch, 4. Februar, um 19 Uhr in die Mensa ein.