Schüler sollen wissen, was sie wollen

In Nordrhein-Westfalen wird dem „Girls’ und Boys’ Day“ eine besondere Rolle zuteil: Der Aktionstag wird für die Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KaoA) angerechnet, der in Bottrop seit 2014 gestaltet wird. Als erstes Bundesland hat NRW mit KaoA ein verbindliches Programm für alle Schulen eingeführt, das die Schüler spätestens ab der 8. Klasse bei der Berufsorientierung unterstützen soll.

In Bottrop und Kirchhellen nehmen bisher sieben Schulen an KaoA Teil, langfristig sollen alle Schulen in das Landesprogramm eingebunden werden. Neben dem ohnehin bundesweit stattfindenden „Girls’ und Boys’ Day“ zählen etwa das Betriebspraktikum in der neunten Klasse oder Erkundungstage für MINT-Fächer an der Hochschule Ruhr-West zum KAoA-Programm. Auch umfasst KAoA sogenannte Potenzialanalysen, durch die Schüler erfahren können, welche Berufsfelder ihnen besonders gut stehen.

„Wir wollen erreichen, dass die Schüler selbstbewusster und eigenverantwortlicher Entscheidungen treffen“, sagt Wolfgang Wuwer, Leiter der KaoA-Koordinierung in Bottrop. Statt ein Praktikum dort zu machen, „wo die Familie arbeitet“ oder nach dem Abi nicht zu wissen, was man studieren soll, hofft Wuwer die Jugendlichen zu einem „zielorientierteren“ Verhalten bewegen zu können.