Schüler schnuppern Hochschulluft

Bottrop..  „Aus dem Öl, in dem in der Mensa die Pommes frittiert werden, machen wir hier Bio-Diesel“, sagt Tina Steinmetzger, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut Energiesysteme und Energiewirtschaft, als eine Besuchergruppe am Tag der offenen Tür auf dem Campus Bottrop in ihrem Labor vorbeischaut. Ein Satz, der staunen lässt. Und der sicher – wie viele Angebote an diesem Tag – Lust machen soll: Auf ein Studium an der Hochschule Ruhr West.

Neue Präsidentin stellt sich vor

„Sie können heute live erleben, wie Ihr Studium sein könnte“, so lädt Professorin Gudrun Stockmanns die Studieninteressierten zu Beginn des Tages ein – und nutzt die Gelegenheit, sich als neue HRW-Präsidentin vorzustellen, denn: „Ich bin erst seit sieben Wochen im Amt.“ Dennoch kennt sie den Campus Bottrop mit seinen Schwerpunkten in den Bereichen Energie und Informatik schon gut und nennt Zahlen: 830 Studierende gibt es hier derzeit. Der Neubau, errichtet für 34 Millionen Euro, wurde im Oktober 2014 eingeweiht. Vier Hörsäle gibt es, maximal 120 Studierende finden pro Vorlesung Platz. „Das zeigt schon“, findet Stockmanns, „wir sind eine Hochschule, in der wir anstreben, kleine Gruppen zu haben, damit die Studierenden optimal betreut werden.“ Präsentiert werden an diesem Tag übrigens alle Studiengänge, auch die vom Standort Mülheim.

Angelika Schaffeld, die ihren Sohn Maximilian (15) heute begleitet, gefällt vor allem die Nähe zur Praxis, die die beiden hier erleben. „Ich finde es sehr interessant, besonders den Bereich Informatik“, sagt der Realschüler, der schon jetzt die richtigen Weichen für sein späteres Berufsleben stellen will. Einen Vorteil sähe er auch darin, als Bottroper („aus dem Eigen“) in Bottrop zu studieren. „Die Hochschule ist gut zu erreichen und übersichtlicher als die Uni in Essen.“

Energie- und Umweltthemen interessieren die 14-jährige Lisa. Sie gehört zu den Schülern, die gleich mit ihrer ganzen Klasse zum Campus gekommen sind. „Ein Studium hier kommt in die engere Wahl“, meint die Schülerin vom Gladbecker Heisenberg-Gymnasium. Ihre Lehrerin Andrea Becker betont, wie wichtig eine zeitige Berufsorientierung ist. „Das spielt auch eine Rolle bei der Kurswahl für die Oberstufe.“

Eva Lohberg (19) hat sich entschieden: Mensch-Technik-Interaktion will die Wuppertalerin ab Herbst in Bottrop studieren. Heute ist sie zum ersten Mal vor Ort – und die Hochschule gefällt ihr prima.

Ebenfalls gern am Campus Bottrop studiert – hätte es ihn denn damals schon gegeben – hätte Helmut Gote. Schließlich ist der WDR2-Koch an der Trappenstraße in der Rheinbaben-Kolonie aufgewachsen. Doch der Mann, der dann in Dortmund Journalistik studierte, tut am Freitag an der HRW das, wofür er bekannt ist: Er kochte – Avocado-Salat und geschmorten Blumenkohl.

Fritteusenfett für Bio-Diesel fällt dabei allerdings nicht an.