Schüler können profitieren

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Bottrop..  Erfahrungen mit dem gemeinsamen Lernen von Kindern mit und ohne Beeinträchtigungen macht die Rheinbaben-Grundschule seit 2012. Ging es bislang um Einzelförderungen, so wird die Schule ab dem nächsten Schuljahr als offizieller Standort des Gemeinsamen Lernens (GL) starten, so Schulleiterin Brigitte Nölting. Und die Elternvertreter, die uns über ihre bisherigen Erfahrungen berichteten, sind sich einig: „Grundsätzlich stehen wir dem Ganzen positiv gegenüber. Wo es bei uns bisher Integration gab, lief sie sehr gut“, fasst Schulpflegschaftsvorsitzende Sabine Skowronek zusammen. Sie will aber ein wachsames Auge darauf haben, ob künftig Probleme auftreten, und diese dann schnell zum Thema machen.

Derzeit lernen vier Kinder mit dem Förderbedarf „Lernen“ und eines mit dem Schwerpunkt „Sprache“ in unterschiedlichen Klassen an der Rheinbabenschule, an der zudem auch Seiteneinsteiger (Flüchtlingskinder) unterrichtet werden. „Bei Kindern mit Lernbehinderung haben wir sehr positive Erfahrungen gemacht, sie profitieren wirklich“, sagt Nölting.

„Wenn es sich um einzelne Kinder in der Klasse handelt, ist das kein Problem“, findet Robert Banczyk, 2. Vorsitzender der Schulpflegschaft. „Es kommt auf den Förderbedarf an. Wenn die anderen Kinder nicht beeinträchtigt werden, finde ich gut, dass sie kennen lernen: Nicht alle Kinder sind gleich.“ So normal sei das für die Schüler schon, dass das gemeinsame Lernen im Alltag für sie überhaupt kein Thema sei. „So, wie es jetzt läuft, läuft es gut“, findet Cornelia Neumann (Klassenpflegschaft 2a). Doch wie es weitergehe, wenn die Schule GL-Standort werde, wenn mehr Förderkinder aufgenommen werden, vielleicht gerade auch mit dem Förderschwerpunkt „Emotionale und soziale Entwicklung“, das müsse sich erst zeigen. „Ich hoffe, dass dann das entsprechende Personal da ist“, so Neumann. „Und wenn man sich mit Problemen ans Schulamt wendet, dass man dann auf offene Ohren trifft und nicht alleine gelassen wird.“

Denn bei allen positiven Erfahrungen bisher haben die Eltern auch Sorgen. Im Hintergrund steht dabei u.a., dass rein zahlenmäßig die sonderpädagogische Unterstützung an der Schule zwar stimmen mag (nachdem Nölting nun auch Ersatz für die in Mutterschutz gegangene Förderschullehrerin gefunden hat) – aber eigentlich für nicht ausreichend gehalten wird. Wünschen würden sich die Eltern eine Doppel-Besetzung in jeder Unterrichtsstunde. Was sei denn zum Beispiel, wenn ein emotional stark aufgebrachtes Kind mitten im Unterricht einfach den Klassenraum verlasse? Laufe die Lehrperson dann hinterher – und lasse die anderen Kinder alleine sitzen?