Schüler in Bottrop erwecken Roboter zum Leben

Der  Roboter-Workshop in der Bibliothek Bottrop.
Der Roboter-Workshop in der Bibliothek Bottrop.
Foto: FUNKE Foto Services
In der Lebendigen Bibliothek lernen Kinder, wie sie Roboter programmieren können. Unterstützt werden sie von Studenten der Hochschule Ruhr West.

Bottrop..  Hochkonzentriert sitzen die Jungs und Mädels beim Roboter-Workshop in Kleingruppen vor dem Computer und tüfteln. Bald ist es soweit, nur noch zwei, drei Programmierungsschritte, und der Roboter erwacht zum Leben.

„Ich bin gespannt, ob es klappt“, sagt Isabelle (11), die sich brennend für Technik und Naturwissenschaften interessiert. „Es ist spannend, einen Roboter selbst zu programmieren“, sagt sie und wendet sich wieder dem Computerprogramm zu, mit dem sie „Roberta“ steuert. Wie bei einem Legospiel reihen die Kinder dabei verschiedene Bausteine aneinander, die dem Roboter Anweisungen geben.

„Bei den Bausteinen handelt es sich um vorprogrammierte Anwendungsblöcke“, erklärt Kevin Kleinke, Student an der Hochschule Ruhr West (HRW). Zusammen mit seiner Studienkollegin Caroline Hirtz hilft er den Kinder beim Programmieren von „Roberta“: Mit den Bewegungsblöcken können die jungen Elektronik-Tüftler einstellen, ob der Roboter vor- oder zurückfährt, um die Ecke biegt oder sich im Kreis dreht.

Wer Lust hat, kann Roberta sogar zum Sprechen bringen

Schüler-Workshop

Zwischen den Bewegungen setzen sie Pausenblöcke ein, sollen sich die Bewegungsabläufe wiederholen, werden so genannte „Schleifen“ eingefügt. Und wer Lust hat, kann „Roberta“ sogar zum Sprechen bringen oder auf ihrem Display verschiedene Symbole aufleuchten lassen.

Isabelle und ihr Team arbeiten gerade an der ersten von vier Aufgaben, welche die Studenten für die Kinder vorbereitet haben. Für jeweils fünf Sekunden soll „Roberta“ vor- und zurückfahren. Und siehe da, es klappt! Mit Feuereifer machen sich die drei an die nächste Aufgabe. Zum Schluss dürfen sie dann selber kreativ werden. „Im Robotertanz können die Kinder ihrer Fantasie freien Lauf lassen und Roberta nach Lust und Laune tanzen lassen“, sagt Carolin Hirtz, die zusammen mit Kevin Kleinke „Mensch-Technik-Interaktion“ an der HRW studiert - eine Mischung aus Informatik und Psychologie.

„Hausaufgaben machen und Zimmer aufräumen“

Insgesamt zwei Roboter-Workshops wurden bisher in Kooperation mit der HRW geplant. Der Andrang ist groß: 20 Kinder zwischen zehn und zwölf Jahren sind in die Lebendige Bibliothek gekommen, um „Roberta“ zum Leben zu erwecken. Dabei haben die Kinder schon eine genaue Vorstellung davon, was ihr eigens programmierter Roboter alles können sollte: „Hausaufgaben machen“, sagen die einen, „Zimmer aufräumen“ die anderen. Eveline Siegert, Mitarbeiterin in der Bibliothek, kann sich gut vorstellen, weiterhin mit der HRW zu kooperieren und neue spannende Projekte zu starten.