Schüler holen durch Hevalti auf

Erwin Rosenfelder (69) hilft den Schülern bei ihren Hausaufgaben
Erwin Rosenfelder (69) hilft den Schülern bei ihren Hausaufgaben
Foto: Duda
Was wir bereits wissen
Seit 20 Jahren ist Hevalti, die Gesellschaft für Deutsch-Kurdische Freundschaft, in Bottrop präsent. Der Verein bietet sogar Nachhilfe an.

Bottrop..  Seit 20 Jahren ist der Verein Hevalti e.V., die Gesellschaft für Deutsch-Kurdische Freundschaft, in Bottrop präsent. Es werden ehrenamtlich Veranstaltungen, Infostände und Gruppen organisiert. So bietet der Verein auch zweimal in der Woche Nachhilfeunterricht für Schüler an. Die Tür steht für jeden offen, und daher bin auch ich vor Ort, um zu erfahren, was die wenigen Ehrenamtlichen in diesem Bereich leisten.

Heute wird die Gruppe von Erwin Rosenfelder (69) geleitet. Der ehemalige Lehrer für Deutsch, Englisch und Gesellschaftslehre hilft den Schülern seit zwei Monaten. Er arbeitete bereits im Referat für Migration als Nachhilfelehrer: „Danach wollte ich unbedingt weitermachen. Also habe ich mich bei der Ehrenamt-Agentur informiert. Die hat sofort den Kontakt zu Hevalti hergestellt. Da ich den Vorsitzenden Fettah Timar bereits kannte, entschied ich mich, hier weiterzuhelfen.“

Heute sind nur vier Kinder aus den Klassen sechs, sieben und zehn zum Nachhilfeunterricht erschienen. Einen Themenschwerpunkt gibt es nicht. „Es geht hauptsächlich darum, bei den Hausaufgaben zu helfen, also um allgemeine Förderung. Schwerpunkte sind aber sicher auch die sprachlichen Mängel“, erklärt Rosenfelder. Ich hoffe, dass mein Allgemeinwissen heute dafür ausreicht.

Zunächst müssen bei den Hausaufgaben für den Biologieunterricht eines Siebtklässlers sprachliche Probleme überwunden werden. Es geht um die Atmung und den Blutkreislauf beim Menschen. Der Schüler benötigt Unterstützung beim Formulieren seiner Antworten. Außerdem gibt es Verständnisfragen. Ihm ist nicht auf Anhieb klar, was Kohlenstoffdioxid ist oder was Lungenbläschen sind. Man muss die Begriffe also mit einfachen Worten beschreiben - was nicht immer einfach ist.

Eine Schülerin aus der zehnten Klasse braucht dann Unterstützung bei der Interpretation einer Satire. Was gehört in die Einleitung, wie wird der Hauptteil geschrieben, welche sprachlichen Mittel gibt es? Es wird über die Ich-Perspektive des Autors sowie über die Bedeutung des Begriffs „Schlampe“ diskutiert. Ist der Begriff als unordentliche, ungepflegte Frau oder in sexueller Hinsicht zu interpretieren. Am Ende deutet alles auf die erste Variante.

Nach eineinhalb Stunden ist der Unterricht zu Ende. Die Nachhilfe gibt den Schülern neue Chancen.