Schüler auf den Spuren von Urzeittieren

Beim Tag der Naturwissenschaft zeigen die 13jährigen Schüler Paul und Fin ( stehend v.l.)Fabian und Clemens wie man mit Smarties Wolle färben kann.Foto:Winfried Labus
Beim Tag der Naturwissenschaft zeigen die 13jährigen Schüler Paul und Fin ( stehend v.l.)Fabian und Clemens wie man mit Smarties Wolle färben kann.Foto:Winfried Labus
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Beim Tag der Naturwissenschaften im Vestischen Gymnasium herrscht großer Andrang in den Laboren. Junge Leute nehmen Saurierknochen in Augenschein.

Kirchhellen..  Wie in der Werkstatt eines Bildhauers hört man das laute Klopfen auf Stein. Zahlreiche junge Leute befreien Fossilien mit Hammer und Meißel aus ihrem Gips-Korsett. Der 12-jährige Marius trägt unterdessen ein „Wandelndes Blatt“, eine perfekt getarnte tropische Heuschrecke aus Südost-Asien auf seiner Hand. Im Vestischen Gymnasium stand der Samstagvormittag ganz im Zeichen der Naturwissenschaften: Biologie, Chemie, Physik, Mathematik und Informatik.

Kiefer mit spitzen Zähnen

„Bei den Fossilien handelt es sich um Muschelschalen, die von den Kollegen aus dem Biologieunterricht in Gips eingegossen wurden,“ erklärt Matthias Plaputta, Leiter des Gymnasiums und selbst Biologielehrer. Die echten Fossilien sind dafür natürlich zu schade und liegen detailliert beschriftet in Kisten auf dem Tisch: Versteinerte Ammoniten, Mammutzähne aus der Eiszeit, Haifischzähne, Saurierknochen und andere Zeugen der Erdgeschichte, sollen den Schülern im Biologieunterricht helfen, die Evolution zu verstehen.

Der Geologe Karsten Genzel hat einen Teil seiner Sammlung der Schule überlassen und erklärt den staunenden jungen Leuten die mit Gas gefüllten Kammern einer Nautilus-Schale: „Im Prinzip funktioniert das wie ein U-Boot,“ sagt Genzel und zeigt auf Biss-Spuren im Gehäuse eines Ammoniten, einem urzeitlichen Verwandten des Nautilus: „Das war vermutlich ein Ichthyosaurier, ein Meeresreptil, das vor 200 Millionen Jahren lebte.“ Den Kiefer mit den spitzen Zähnen des Räubers hat der Geologe auch gleich parat. Ein Hauch von Jurassic Park in Kirchhellen.

„Die Begeisterung für Naturwissenschaften, die natürliche Neugierde für das, was uns alle umgibt, ist den Kindern bereits in die Wiege gelegt“, meint Schulleiter Plaputta: „Es ist unsere Aufgabe, diese Begeisterung zu kanalisieren und das natürliche Forscherinteresse zu fördern.“

Giftgrüne Flüssigkeiten

In den naturwissenschaftlichen Fächern herrscht ein großer Mangel an Lehrern, ebenso wie naturwissenschaftliche Fachkräfte in der Wirtschaft gesucht werden. Der Tag der Naturwissenschaften ist, ergänzend zum Tag der Offenen Tür, auch Werbung in eigener Sache für die Schule. An den Mikroskopen, wo die Nachwuchsforscher Garnelen und Wasserflöhe in der Petrischale beobachten, herrscht großer Andrang.

Auch im benachbarten Chemie-Raum ist viel los: Hier versuchen Schüler, Farbstoffe aus Bonbons zu extrahieren. Glaskolben mit giftgrünen Flüssigkeiten versetzen das Publikum in Staunen.