Schrottdieb in Bottrop kommt mit Bewährungsstrafe davon

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Was wir bereits wissen
Edelstahlschrott von der Kokerei hatte er geklaut und privat verkauft. Dafür stand der 60-Jährige jetzt vor dem Landgericht.

Bottrop.. Erst zierte er sich ein wenig, dann gestand er doch die vorgeworfenen Diebstähle von Edelstahlschrott auf dem Gelände der Bottroper Kokerei Prosper. Dafür verurteilte die XVII. Essener Strafkammer den 60 Jahre alten Rentner zu zwei Jahren Haft mit Bewährung.

Schon im vergangenen Jahr hatte der Angeklagte sich mit zwei Arbeitskollegen vor dem Essener Gericht wegen des Diebstahls von Edelmetall in 180 Fällen verantworten müssen. Damals war das Verfahren gegen ihn abgetrennt worden, eine neue Anklage wegen 28 Taten, die er von 2006 bis 2008 allein begangen hatte, kam hinzu. Jetzt musste der 60-Jährige sich beiden Anklagen stellen.

Ofentüren repariert

Seine Kollegen und er waren für Fremdfirmen auf dem Kokereigelände tätig. Mit den beiden soll er vom 9. Juni 2006 bis zum 4. März 2011 Edelstahlschrott vom Gelände gestohlen haben. Sie sollen den wertvollen Abfall zu einer nahe gelegenen Firma gebracht haben, wo sie direkt bezahlt wurden.

Zeitgleich soll der Rentner zwischen 2006 und 2008 auf eigene Rechnung Geld gemacht haben. Er war damals in der Ofentürenwerk­statt tätig. Bei der Reparatur der Ofentüren fielen große Mengen an nichtrostendem Edelstahlschrott an, insbesondere die Sorte V2A.

Der Rentner hatte irgendwann die Idee, mit dem Abfall Geld zu machen. So lud er den Schrott in seinen Privat-Pkw und fuhr ihn zu einem nur wenige Kilometer entfernten Schrotthandel. Manchmal mietete er für diesen Zweck auch einen Transporter an.

Bis zu 3600 Euro kassiert

Beim Schrotthändler kam das Fahrzeug auf die Waage, so dass er für die angelieferte Menge sofort bezahlt wurde. Anfangs waren es kleinere Beträge, zum Schluss kassierte er auch bis zu 3600 Euro am Tag für seine Lieferungen innerhalb Bottrops.

Im Prozess vor dem Essener Landgericht gestand der Angeklagte seine Solo-Fahrten schnell ein. Bei den 180 Fällen mit seinen Komplizen wollte er anfangs dagegen kein Geständnis ablegen. Nach Zwischenberatungen deuteten die Prozessbeteiligten aber an, was ihn in etwa erwarten dürfe. Kurz nach der Mittagspause war der Prozess dann am Dienstag mit der Bewährungsstrafe für den Rentner beendet.