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Schöne Morde aus dem Norden

25.02.2016 | 18:46 Uhr
Schöne Morde aus dem Norden
Klaus-Peter Wolf liest aus seinem neuesten Krimi „Ostfriesenschwur" im ausverkauften Kammerkonzertsaal des Bottroper Kulturzentrums.Foto: Heinrich Jung

Bottrop.  Erfolgsautor Klaus-Peter Wolf liest auf Einladung der Bottroper Stadtbibliothek im voll besetzten Kammerkonzertsaal aus seinem neuesten Krimi „Ostfriesenschwur“

Und er schrieb, schrieb und schrieb… Etwa schon wieder an einem neuen Buch über Mord und Totschlag in Ostfriesenland? Nein, an diesem Abend im Kulturzentrum hatte er zunächst „nur“ Augen, Ohren und Stift für seine Fans. Die standen Schlange, um ein Autogramm von Klaus-Peter Wolf zu bekommen. Der 62-jährige Ex-Gelsenkirchener erfüllte schon um 19 Uhr geduldig und freundlich Wunsch um Wunsch. Eine nette Widmung? Klar doch. Aber dann begann wirklich pünktlich die Lesung.

Ostfriesenblues mit Bettina Götschel

Das heißt, der Vortrag aus seinem zehnten Krimi aus Norden (wo er seit einiger Zeit lebt), Aurich, Jever, Wittmund, Wangerooge und Langeoog usw. geriet ihm fast zur Nebensache. Denn er weiß, das Auditorium bestens und heiter zu unterhalten. Er erzählt gern Dönekes von seinen vielen Lesereisen. Am liebsten die Anekdote, als er beim Romanschreiben die Welt um ihn herum und besonders die Zeit vergaß, dass er in Aschaffenburg landete, obwohl er schon in Dortmund hätte aussteigen müssen… Was sagt uns das: Wolf schreibt noch mit dem Füller in klassischer Manier in eine Kladde, vertieft sich dabei so in seine Figuren und in die kriminalistisch ausgehorchten Szenen, dass er über Stunden Raum und Zeit vergisst.

Da sitzt er nun, die Jacke ausgezogen und über den Stuhl gehängt, um seine schicken roten Hosenträger auch zeigen zu können, und beginnt einen launigen Vortragsrhythmus mit dem „vollen Haus“. Wie stolz er auf seine Auflage weltweit sei (rund 3,5 Millionen Exemplare verkaufte er von den Friesen-Morden), dass er mit dem jüngsten Erfolg „Ostfriesenschwur“ sofort auf Platz eins der Beststellerlisten („Bild“ und „Spiegel“ - „Wann sind diese beiden Medien schon mal einer Meinung?“) kletterte, wie er seine Romanhelden in der wirklichen Umwelt und Nachbarschaft findet, dass er seine Lebensgefährtin Bettina Götschel für ihre Lieder und Kompositionen bewundere, welche Mails (200 pro Tag, wenn ein neues Buch auf den Markt kommt) er erhält, dass er sich immer noch im Ruhrgebiet heimisch fühlt. „Hier habe ich meine Wurzeln, auch die literarischen.“

Und dann wird er ganz ernst und erinnert sich dankbar und fast liebevoll an die „alten Meister“, die Arbeiterschriftsteller wie Josef Büscher, Max von der Grün oder Richard Limpert, die ihn früh schon unterstützten und von denen er „sehr viel“ gelernt habe. „Genauigkeit!“ Diese Generation, zu der auch Hugo Ernst Käufer zählte, lebt schon längst nicht mehr.

Aber die kleine Hommage an jene Autoren war ein wunderschöner, ungewöhnlicher Moment bei dieser Begegnung. Sie waren wie er der Realität auf der Spur. Dieser herzlich-joviale Sympathikus wickelt seine Fans schnell um den Finger.

Hans-Jörg Loskill

Kommentare
26.02.2016
17:16
Schöne Morde aus dem Norden
von rollermac | #2

War eine tolle Veranstaltung mit einem tollen K.-P. Wolf. Man hat gemerkt dass ihm diese Lesungen Spaß machen und nicht als Pflichtprogramm dienen um...
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2016-02-25 18:46
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