Schnibbeln, Kochen und Braten seit 40 Jahren

Johannes Schwanewilm arbeitet seit 40 Jahren als Koch im Marienhospital.
Johannes Schwanewilm arbeitet seit 40 Jahren als Koch im Marienhospital.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Johannes Schwanewilm arbeitet seit 1975 als Koch im Marienhospital und erlebte den Wandel rund um die Küche: Einst gab es Brotstube und Konditorei, und rings um die Klinik grasten Rinder und Schweine

Wenn es ringsum brutzelt, kocht und duftet, dann ist er in seinem Element. Und das nun schon seit fast 40 Jahren. Seit 1975 arbeitet Johannes Schwanewilm als Koch in der Küche des Marienhospitals und je größer die Mengen sind, die er verarbeiten muss, um so besser. „Das macht das Kochen ja gerade spannend“, schmunzelt der 62-Jährige. Und überdrüssig ist er die Küchenarbeit auch nach so langer Zeit noch nicht: „Es macht so viel Spaß!“

Dabei kocht und brät Schwanewilm sogar schon fast 50 Jahre, denn bereits als 14-Jähriger begann er seine Ausbildung. „Ich wollte einen sauberen Beruf und einen schönen, warmen Arbeitsplatz“, erinnert sich Schwanewilm mit einem Zwinkern in den Augen. Und als er mit einem Freund dessen Onkel besucht habe, der in einer Restaurantküche kochte, stand der Entschluss fest: „Wir wollten beide Koch werden und sind es auch geworden!“

Doch der Anfang war hart: „Ich musste kiloweise Zwiebeln schälen und Leber abziehen“, erinnert sich Schwanewilm an seine Ausbildungszeit in der „Börse“ im Essener Haus der Technik. „Eigentlich hat mir zu Anfang nix gefallen.“ Auch die Arbeitszeiten seien hart gewesen, Jugendschutz gab es nicht. Nach der dreijährigen Ausbildungszeit ging’s zur Bundeswehr - natürlich in die Küche. „Hier musste ich dann 1200 Soldaten bekochen, 800 Liter Erbsensuppe oder Hunderte Kilo Fleisch zubereiten.“ Und so entdeckte der Bottroper seine Vorliebe, in großen Mengen zu kochen.

Schwester Catalda nahm ihn dann nach der Bundeswehrzeit in der Küche des MHB unter ihre Fittiche. Am 29. April 1975 trat Schwanewilm hier seinen Job als Koch an. „Etwa 80 Ordensfrauen gab es damals noch in der Klinik“, so Schwanewilm. „Es gab noch Brotstube, Konditorei und Metzgerei. Rund um die Klinik grasten die klinikeigenen Rinder und Schweine, Obst und Gemüse wurde angebaut und in der Krankenhausküche verarbeitet. Das waren noch Zeiten... “

Heute dagegen würden Kartoffeln, Fleisch, Gemüse und Salat täglich frisch geliefert. Lagerhaltung gibt es nicht. Um das Schnibbeln und Schneiden kommt Schwanewilm aber trotzdem nicht herum, will er auch gar nicht. „Zwiebeln, Rippchen und Koteletts schneide ich selbstverständlich selbst, so ist alles frisch.“ Auch das Einlegen von Sauerbraten und die Zubereitung der Salate geschehe per Hand und vor Ort in der Küche, jeden Tag bereite er fünf Gerichte zu - für die Patienten auf den Stationen und die Gäste in der Cafeteria. Ohne Teamarbeit geht das natürlich nicht.

„Vegetarische Gerichte und Eintöpfe sind besonders beliebt“, berichtet der Koch. Und mittwochs müsse er rund 500 Bratwürstchen und Pommes zubereiten. „Das geht aber fix, denn eine Pfanne fasst 120 Bratwürstchen.“