Schneiderstraße vor Entscheidung

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Anderthalb Jahre lang haben Politik, Bürger und Verwaltung intensiv diskutiert über den Ausbau der Schneiderstraße. Jetzt soll entschieden werden: am 10. Juni im Bauausschuss.

Der Fachbereich Tiefbau hat der Politik die Pläne vorgelegt, wie sie sich den Ausbau in einer großen Lösung vorstellt. Kernsatz der Begründung: „Fehlende Radverkehrsanlagen, Sicherheitsmängel und der desolate Straßenzustand machen einen Neuausbau und eine Neuaufteilung der Fahrbahnfläche notwendig.“ Das bedeute den Neubau von Fahrbahndecken und Pflaster jeweils mit Tragschicht für rund 2,3 Millionen Euro, eine Million Euro davon sollen die Anlieger über Straßenbaubeträge tragen. Die AG Schneiderstraße, die die Interessen der Hausbesitzer vertritt, hatte eine Beschränkung gefordert auf die „Erneuerung der Deckschicht (350 000 Euro) ohne Anwohnerkosten“ (die WAZ berichtete).

Der zentralen Forderung aus der Politik nach flächendeckendem Tempo 30 hat die Verwaltung entsprochen. Sowohl Bezirksbürgergermeister Ludger Schnieder (CDU) als auch SPD-Bezirksfraktionschef Willi Stratmann hatten klar gemacht, dass an dieser Forderung kein Weg vorbei führe. Jetzt hat die Verkehrsbehörde einen Weg gefunden, auch ohne die Herausnahme aus dem Vorrangnetz flächendeckend Tempo 30 zu verordnen: wegen einer „besonderen Gefahrenlage“. Die entsprechende Schilder sollen ergänzt werden durch eine rote Asphaltierung und mehrere „30“-Markierungen auf der Fahrbahn.

Die Interessen der Anwohner und Anlieger will der Fachbereich Tiefbau mit verschiedenen Einbauten fördern: mehrmals verschwenkte Fahrbahnen, vier Mittelinseln zum sicheren Überqueren der Straße sowie in Höhe der Eisdiele soll es mehr Parkplätze durch Senkrechtanordnung der Stellplätze geben. Die Grundschule bekommt einen eigenen Fußgängerüberweg sowie eine 40 Meter breite Hol- und Bringzone in Form einer 2,75 Meter breiten Einbahnstraße, die von der Hauptfahrbahn durch einen Parkstreifen abgetrennt wird. Die drei Bushaltestellen werden barrierefrei ausgebaut, so dass ebenerdiges Ein- und Aussteigen möglich wird. Barrierefrei sollen außerdem die Mittelinseln und Einmündungen werden, dort sollen auch Mittelinseln mit ertastbaren Bodenplatten verlegt werden.

Schlechte Nachricht für die Anwohner: Über die Kirschbäume will die Verwaltung nicht mit sich reden lassen: Sie sind krank, würden durch den Ausbau noch weiter geschädigt und sollen gefällt werden.