Schlager sind das Markenzeichen der ZWAR-Singers Bottrop

Die ZWAR-Singers singen aus Freunde an der Musik und an alten Schlagern. Jeden Freitag treffen sie sich zur Chorprobe, 15 bis 20 Auftritte absolvieren sie im Jahr.
Die ZWAR-Singers singen aus Freunde an der Musik und an alten Schlagern. Jeden Freitag treffen sie sich zur Chorprobe, 15 bis 20 Auftritte absolvieren sie im Jahr.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Die ZWAR-Singers singen aus Spaß am Gesang für alle, die alte Lieder mögen. Im letzten Jahr hat der Frauen-Chor sein 20-jähriges Bestehen gefeiert.

Bottrop..  Kaum betritt man unten das Gebäude, hört man die Damen oben im Jugendkombihaus an der Ruhr­ölstraße schon schallern. Sie sind sichtlich gut gelaunt, die 24 Frauen, die sich hier immer freitags zur Chorprobe treffen. „ZWAR-Singers“ nennen sie sich, und das 20-Jährige haben sie schon hinter sich.

In diesem Chor bleiben die Frauen unter sich. „Bei gemischten Chören müssen die Frauen immer zu hoch singen“, erklärt Chorleiterin Gaby Günther. Fast seit dem ersten Tag hat sie hier das musikalische Zepter und ihr Akkordeon in der Hand. Gründungschorleiter war Olaf Wiesten, „Küchenlieder“ standen damals auf dem Chorprogramm. Schon nach kurzer Zeit zog Wiesten sich zurück und setzte sich neue Schwerpunkte.

Name neu interpretiert

„Und dann haben wir Gaby gefunden“, erzählt Maria Knappik. Sie ist eine Frau der ersten Stunde und die letzte aus der Gründerinnenriege. Einige der Frauen, die damals dabei waren, sind inzwischen verstorben, viele haben sich aus Altersgründen zurückgezogen. „ZWAR-Singers“ – Z wischen Arbeit und Ruhestand – haben sie sich damals genannt. Und das „ZWAR“ vor ein paar Jahren in weiser Einsicht in das eigene Alter neu interpretiert: „Z wischen Alter und Rhythmus“.

Maria Knappik denkt auch mit ihren 82 Jahren noch längst nicht ans Aufhören. Im Gegenteil: „Jeder freut sich immer auf den Freitagnachmittag“, verrät sie und auch: „Zu mir kommt keiner mehr freitags.“ Um die 80 sind viele der Mitsängerinnen. Als Tribut ans Alter verzichtet man inzwischen auf große jährliche Ausflüge wie früher die Schiffstour auf dem Rhein.

Alle können mitsingen

Schlager und Volkslieder sind das Markenzeichen des Frauen-Chores. Sie singen Lieder, die die Älteren noch von früher kennen und ohne Probleme mitsingen können. „Arrivederci Roma“ zum Beispiel, „Spiel mir eine alte Melodie“ oder „Zigeunerjunge“ und die alten Songs von Caterina Valente. Sie singen für Senioren in Pflegeheimen und lassen sich auch für Feiern „buchen“.

Und es kommen immer noch Neue dazu. „Frauen sind da unbefangen“, hat Chorleiterin Gaby Günther den Vergleich mit ihrem Shanty(Männer)-Chor. „Sie werden vom Chor mitgezogen“, erzählt sie, trauen sich, einfach los zu schmettern. Natürlich muss keine sich vorher beweisen.

„Ich hatte immer schon Freude am Singen“, erzählt etwa Irmgard Wagner, die den Chor bei einem Auftritt auf dem Boyer Markt für sich entdeckte, und eine andere sagt: „Den Freitag hatte ich noch frei.“ Sie habe immer schon gerne gesungen und von den alten Schlagern im Repertoire ist sie geradezu begeistert.

Ruhrgebiet-Lied schaffte es in die Top Ten

Wenn die ZWAR-Singers irgendwo auftreten, dann tun sie das in ihrer „Kluft“. Dazu gehören weiße Hose, weiße Bluse, blaue Weste mit gelbem Logo und der gelbe Schal mit Kordel. Das Emblem des Chores war das erste Werk der Tochter von Chorleiterin Gaby Günther als Grafik-Designerin. Früher war es auf T-Shirts gedruckt und wusch sich immer schnell aus. Inzwischen lässt man es aufsticken.

15 bis 20 Auftritte absolvieren die Frauen im Jahr. Jede hat ihren Ordner mit den Liedtexten, rund 100 Songs gehören zum Repertoire. Das Bottrop-Lied ist dabei und auch das Lied „Ruhrgebiet – meine Heimat“ mit Text und Musik von Gaby Günther zum Day of Song erschaffen. Das Lied hat es vor fünf Jahren in die Top Ten im Ruhrgebiet geschafft. Im Linienbus haben die Frauen damals gesungen und auch auf dem Tetraeder haben sie schon ihre Stimmen erklingen lassen, obwohl Gaby Günther da zuerst gar nicht rauf wollte.

Sie singen, weil Gesang froh macht und manchmal auch für Geld. Zum Beispiel beim Weihnachtskonzert für die Volksbank zusammen mit dem Shanty-Chor. Die 1000-Euro-Spende geht danach an soziale Zwecke.

Der Chor trifft sich immer freitags um 15 Uhr im Jugendkombihaus, Ruhrölstraße 3a. Neue Sängerinnen sind willkommen!