Schilddrüse: Kleines Organ mit großer Bedeutung
16.01.2012 | 16:18 Uhr 2012-01-16T16:18:00+0100
Bottrop.Was die Medizin leisten kann, wenn die Funktion der Schilddrüse gestört ist oder sich das Organ verändert, erfahren die Besucher des WAZ-Medizinforums am Donnerstag, 26. Januar, im Mediparc am Marienhospital.
Sie ist ein kleines Organ mit extremer Bedeutung für den Organismus: die Schilddrüse. „Sie versorgt den Körper mit lebenswichtigen Stoffwechselhormonen“, sagt Dr. Roger Kuhn, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie des Marienhospitals (MHB).
Drei Mediziner erläutern in kurzen Vorträgen diagnostische und therapeutische Möglichkeiten und geben zwischen ihren Referaten Antwort auf Besucherfragen.
Der Chirurgie-Chefarzt übernimmt dabei die Aufgabe, Möglichkeiten und Grenzen der modernen Schilddrüsen-Chirurgie zu verdeutlichen. Sie spielt selten eine Rolle bei einer Über- oder Unterfunktion, ist oft vielmehr bei bösartigen Veränderungen von zunächst unauffälligen Schilddrüsenknoten gefordert. Sie entstehen durch unspezifisches Wachstum des Drüsengewebes und bereiten oft keine Probleme: „Ein hoher Prozentsatz der Bevölkerung lebt mit diesen Knoten, ohne es zu wissen“, stellt Kuhn fest. Ein Eingriff sei häufig nicht erforderlich. Kleine Knoten könne der Arzt im Verlauf kontrollieren, bei größeren Knoten und
bösartigen Veränderungen sei allerdings eine Operation sinnvoll. Was dabei zu beachten ist, will Dr. Kuhn den Besuchern mit Fotos erläutern. Stellt der Chirurg ausgeprägte Schilddrüsen-Veränderungen fest, wird das Organ nicht selten komplett entfernt: „Das verkraftet der Organismus ohne Probleme, Hunderttausende von Patienten leben gut ohne Schilddrüse. Aber nur, wenn die Versorgung mit Hormonen sichergestellt wird.“
Knoten in der Schilddrüse - ob tastbar oder nicht - sollten nach Dr. Kuhns Überzeugung in jedem Fall untersucht werden, um bösartige Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Dies ist die Aufgabe von Privatdozent Dr. Jamshid Farahati, Facharzt für Nuklearmedizin aus der BORAD-Schwerpunktpraxis Bottrop. Beim WAZ-Medizinforum schildert er die aktuelle Diagnostik bei Schilddrüsenerkrankungen und erläutert Standardverfahren wie Ultraschall und Szintigraphie, bei der die Verteilung radioaktiv markierter Substanzen in der Schilddrüse Aufschluss gibt über ihre Aktivität und Entzündungen. Eine sehr differenzierte Beurteilung des Schilddrüsenknotens erlaubt die moderne Elastographie, die dem herkömmlichen Ultraschall deutlich überlegen ist.
Das WAZ-Medizinforum unter dem Titel „Im Blickpunkt: Die Schilddrüse“ beginnt am Donnerstag, 26. Januar, um 18 Uhr im Mediparc (Josef-Albers-Straße 70, neben dem Haupteingang des Marienhospitals). Die Veranstaltung ist kostenlos. Anmeldungen werden unter 01802 / 404072 angenommen (6 Cent pro Anruf aus dem Festnetz). Für die Redaktion Bottrop moderiert Marie-Luise Schmand das Medizinforum.
Bei welchen Schilddrüsenerkrankungen sind Medikamente notwendig? Diese Frage beantwortet Prof. Klaus Mönkemüller, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie. Bei den Fehlfunktionen der Schilddrüse unterscheidet die Medizin zwischen Über- und der häufigeren Unterfunktion. Die Patienten leiden unter Abgeschlagenheit, Gewichtszunahme und Haarausfall. Symptome wie Herzrasen, Schlaflosigkeit und Bluthochdruck deuten hingegen auf eine Überfunktion der Schilddrüse hin. Eine Unterfunktion kann durch die Einnahme von Jod oder auch mit Schilddrüsenhormonen behandelt werden. Bei einer leichten Überfunktion ist eine medikamentöse Blockade des Organs mit anderen Substanzen möglich.
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