Scheunenrockern und Tanzmariechen stürmen Bottroper Saalbau

Bei der Prunksitzung der KKG 1958 trat auch die Junior-Garde
Bei der Prunksitzung der KKG 1958 trat auch die Junior-Garde
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Gut 700 Gäste finden sich zur Prunksitzung der Kleinen Karnevalsgesellschaft 1958 im Saalbau.Die Politik wurde nicht geschont. Besonders stolz ist man auf die Tanzgarden

Bottrop..  Zur beliebten Prunksitzung der „Kleinen Karnevalsgesellschaft 1958“ stürmten jetzt gut 700 Närrinnen und Narren den Saalbau, um gemeinsam in den Endspurt der Karnevalssession einzusteigen.

Im blau-gelben Farbenmeer der KKG unter Präsident Günter Körber gab es ein buntes Programm aus Show- und Tanzeinlagen, Büttenreden und stimmungsvoller Musik. Mit gewohntem Witz und Charme führte Körber durch den Abend. Der leidenschaftliche Karnevalist ließ mit seinen Pointen dabei auch nicht die Politik aus, die wie gewohnt zahlreich vertreten war.

Oberbürgermeister Bernd Tischler erhielt einen Rüffel von Körber: „Bernd, Mütze auf, Glatze schonen“. Begrüßt wurden auch Bürgermeister Klaus Strehl und Bundestagsabgeordneter Michael Gerdes, die mit Frauen angetreten waren. Beste Stimmung bereits beim Einmarsch des Elferrates und den Tanzgarden der KKG, auf die der Verein besonders stolz ist. Elfengleich die Mädel. Sie strahlten mit ihren funkelnden Trachten um die Wette. Die Jungen waren hoffnungslos in der Minderheit, hatten aber viel Spaß.

Erster Junge als Tanzmariechen

Besondere Aufmerksamkeit gab es für zwei Tanzeinlagen. Marie Klein machte mit ihren sieben Jahren als „Solo-Mariechen“ eine hervorragende Figur und zeigte eine Riesenportion Gelenkigkeit. In nichts nach stand ihr Ben Adams, der es zu einer gewissen Popularität brachte, da er als erster Junge in die weibliche Domäne der Tanzmariechen stieß. Mit Ehrgeiz und Freude ist Ben dort nun etabliert. Er durfte seine Fähigkeiten solo auf der Bühne vorführen. Sonderapplaus!

Achim und Harry gaben ohne viel Vorlauf gleich Vollgas. Im Stile von „Du Ei“, einem absoluten Klassiker des Kölschen Karneval, gab ein Wort das andere, wobei meist Achim, mit extravagantem Bart und nicht salonfähigem Outfit, dominierte. Der ließ durchblicken, dass er sich bei Harrys Frau und vor allem im Schlafzimmer gut auskannte: „Allerdings bin ich die meiste Zeit ja im Kleiderschrank“.

Natürlich durften auch die Tollitäten nicht fehlen. Zu Beginn wurde das Kinderprinzenpaar Lea I. und Lukas I. vorgestellt. Obwohl Lukas’ Lieblingsfach trockene Mathematik ist, scheint sein Sinn für Humor doch bereits deutlich ausgeprägt.

Feiernd und fröhlich betraten Klaus III. und Christiane III. die Bühne. Die Schalkefans hatten nach dem Sieg gegen Hannover allen Grund zu feiern und riefen zur Freude und Fröhlichkeit auf: gewitzt und lustig durch die Session.

Nach 22 Uhr gehörte die ungeteilte Aufmerksamkeit den Stargästen des Abends, den „Scheunenrockern“. Als Vorband von Andrea Berg erlangten sie Bekanntheit, waren auch schon in den Charts vertreten und unterhielten mit Stimmungsgesang eine gute halbe Stunde das Partyvolk, ehe die „Flotten Bienen“ den Abend ausklingen ließen. Die Stimmung war klasse. Der Rosenmontag kann kommen.