Schandflecke ertragen

Leerstehende Häuser, die zum Teil schon seit Jahren verfallen, sind ein Schandflecke für eine Stadt. Deshalb tun die Kommunen gut daran, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen solche Schrottimmobilien vorzugehen. Doch das ist nur in engen Grenzen möglich, steht doch auf der anderen Seite das Gut des Privatbesitzes. Es gelten hohe Hürden, bevor jemand von außen eingreifen oder gar die Abrissbirne schwingen darf. Das ist für jene, die sich über solche Schandflecke ärgern, nur schwer zu ertragen.
Auf der anderen Seite scheint es Eigentümer zu geben, die nicht wahrhaben wollen, dass mit Besitz auch Verantwortung und Verpflichtungen einhergehen. Formal mögen die bei mancher verwahrlosten Immobile erfüllt sein, weil keine direkte Gefahr von ihr ausgeht und Mängel nach Aufforderung beseitig werden. Für alles, was darüber hinausgeht, bleibt ein nicht selten fruchtloser Appell. Schade, aber es sieht so aus, als müsse eine Stadtgesellschaft wegen solcher Besitzer lernen, Schandflecke zu ertragen.