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Sanierungsstau auf den Straßen

17.02.2016 | 18:58 Uhr
Sanierungsstau auf den Straßen
Der TÜV hat den Zustand der Straßen in Bottrop begutachtet, auf dieser Datenbasis entstand das Straßenunterhaltungsprogramm.Foto: Holger Hollemann/DPA

Bottrop.   Pro Jahr sind 2,3 Millionen Euro nehr nötig, um Wege in der Stadt zu erhalten. Weitere Millionen kostet die Erneuerung von noch schlechteren Strecken.

Knapp die Hälfte der Straßen in Bottrop ist im grünen Bereich. Das heißt nicht, dass sie bestens in Schuss sind. Sie sind aber in einem Zustand, in dem sie noch verhältnismäßig günstig und mit überschaubarem Aufwand wieder instand gesetzt werden könnten. Das geht aus dem neuen rechnergestützten Straßenerhaltungsmanagement des Fachbereichs Tiefbau und Stadterneuerung hervor, das am Mittwochnachmittag im Bau- und Verkehrsausschuss vorgestellt wurde.

Abteilungsleiter Frank Skiba machte den Ratsvertretern im Ausschuss deutlich, dass es auch unter den grünen Straßen Unterschiede gibt. Die Abstufungen sind farblich erkennbar. Über 35 Prozent der Straßen aus der grünen Gruppe sind in einem hellen Grün dargestellt. Heißt: Sie nähern sich einem kritischen Wert, es besteht akuter Handlungsbedarf, andernfalls drohen sie in den gelben und roten Bereich abzurutschen. Dann geht es nicht mehr um den Erhalt einer Straße, sondern um eine aufwendigere Erneuerung. Die ist inzwischen bei rund 35 Prozent der städtischen Straßen nötig.

Etwa 2,3 Millionen Euro pro Jahr müsste die Stadt über die kommenden sechs Jahre zusätzlich investieren, um die Straßen zu erhalten. Weitere vier Millionen Euro jährlich über denselben Zeitraum wären für die Erneuerung der Straßen fällig, so die Berechnungen des Fachbereichs. Skiba warnte allerdings, dass diese beiden Summen nicht ohne weiteres addiert werden dürften, denn manches ergänze sich, und durch eine Erneuerung in einem Teil sei möglicherweise eine Erhaltungsmaßnahme mit abgedeckt.

In den kommenden zwei Jahren profitiert die Stadt noch von Mitteln des Bundes aus dem Konjunkturpaket III. Rund zehn Millionen Euro fließen nach Bottrop. Heribert Wilken, der Leiter des Fachbereichs, hofft, dass davon auch zusätzliche Millionen für den Erhalt der Straßen abfallen werden. Um die warb er in der Sitzung.

Der Fachbereich hat dem Ausschuss zugleich eine Prioritätenliste vorgelegt. Anhand verschiedener Kriterien, wie etwa die Verkehrsbelastung oder der Zustand der Straße, hat der Fachbereich eine Rangfolge aufgestellt, nach der gearbeitet werden soll -- vorausgesetzt die Politik stimmt dem zu und stellt auch das Geld zur Verfügung. Soweit wollte am Mittwoch noch niemand gehen, allerdings lobten die Vertreter parteiübergreifend das vorgestellte Programm.

In den Wortmeldungen sprachen sie sich – wie SPD-Sprecher Franz Ochmann – dafür aus. „den Schwerpunkt auf Erhaltungsmaßnahmen zu legen“. Es gehe darum, Straßen dort zu erhalten wo mit geringerem Aufwand eine längere Lebenserwartung erreicht werden könne. So sieht es auch CDU-Mann Kien. Er sprach zudem von einem „System, durch das wir gezielt und effektiver tätig werden können.“

Weitere Beratung steht an

Der Ausschussvorsitzende Rüdiger Lehr betonte, dass auch die schlechteren Straßen der Kategorien gelb und rot selbstverständlich nicht vergessen würden. Davor hatte nämlich Michael Gerber (DKP) gewarnt. Denn dieser Eindruck könne bei den Anwohnern solcher Straßen schnell entstehen.

Das komplette Bauprogramm – es umfasst rund 150 Seiten – geht nun an die Fraktionen und Parteien zur weiteren Beratung und Bearbeitung.

Matthias Düngelhoff

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2016-02-17 18:58
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