Saalbau-Nachfolger im Karstadthaus

Wer in diesen Tagen von der Bottroper City spricht, denkt automatisch an die Zukunft des Karstadt-Hauses, der man ja durch die jüngsten Entwicklungen eher gelassen entgegenblickt, und die des Hansa Centers, die immer noch ungewiss ist. Auch beim - mit knapp 100 Teilnehmern gut besuchten - zweiten CDU-Bürgerforum im Saalbau standen diese Großimmobilien als sensibele Orte in einer recht kompakten Innenstadt im Mittelpunkt der Redner. „Wir haben das Innenstadtflair von Bottrop zu verteidigen“, appellierte Karl Reckmann, Vorsitzender der Ortsverbandes Mitte der Christdemokraten, gleich zu Anfang.

Auch wenn die künftige Belegung des Karstadt-Hauses bereits zu 70 % gesichert scheint (die WAZ berichtete), sollten die Bottroper Akteure - Politiker, Geschäftsleute und vor allem Immobilienbesitzer - sich den großen Trends nicht verschließen, so Jan-Gerd Borgmann. Für den Vorsitzenden des Bottroper Einzelhandelsverbandes gehören dazu die Konzentration auf die Einzelhandels-Zugpferde mit mittelgroßen Flächen gegenüber den alten „Schlachtschiffen“ mit riesiger Verkaufsfläche. Aber auch ein guter Zustand der Immobilien und eine langfristig ausgerichtete Mietpreisstrategie, die neuen Akteuren auch Zeit für Entwicklung lasse, sei anzustreben.

„Ohne die Vernetzung von Einzelhandel, Freizeit und Kultur geht es nicht mehr“, sagt Borgmann. Und später, mit Blick auf die Karstadt-Immobilie, deren Obergeschosse für den Einzelhandel wenig attraktiv seien: „Warum prüft man nicht auch die Idee, eine Nachfolge-Lösung für den wegfallenden Saalbau in den Obergeschossen des Hauses in bester Innenstadtlage zu schaffen.“

Auch Michael Karutz, Projektleiter der CIMA-Stadtmarketing GmbH, gestand diesem Gedanken gewissen Charme zu. Reine Shopping-Center seien heute nicht mehr das Non-Plus-Ultra. „Die Mischung machts, gerade in der City.“ Und vor diesem Hintergrund solle man auch die Weiterentwicklung des Hansa Centers weiterdenken, vielleicht nur als Geschäftsachse im Erdgeschoss, die eine Wegebeziehung für die Gesamtcity neu definieren könnte, bei gleichzeitiger alternativer Nutzung wiederum der Obergeschosse. Als Grundtendenz - auch seitens der Wirtschaftsförderung, vertreten durch Amtsleiterin Sabine Wißmann - war der Wunsch nach einer spezifisch Bottroper Lösung für die City auszumachen. Vielleicht im Sinne des erfolgreichen „Linden-Karrees“ im benachbarten Buer. Dort übernahmen ortsansässige Investoren das ehemalige Karstadthaus und schufen einen funktionierende wie optisch ansprechenden Komplex mit einem gesunden Mix aus Filialisten und individuellem Handel.