Run auf Eigentumswohnungen setzt in Bottrop ein

Ein neues Wohnhaus ist an der Gerichtsstraße  1 im Bau.
Ein neues Wohnhaus ist an der Gerichtsstraße 1 im Bau.
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
Die Käufer geben in Bottrop 177 Millionen Euro für Immobilien aus. Die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser bleiben stabil.

Bottrop..  Einen regelrechten Run auf Eigentumswohnungen hat es in Bottrop gegeben. Etwa 38 Prozent Wohnungen mehr wurden 2014 im Vergleich zum Jahr zuvor verkauft. „Das ist gewaltig gewesen, eine exorbitante Steigerung“, sagte Achim Petri, der Vorsitzende des örtlichen Gutachterausschuss für Grundstückswerte. Insgesamt 480 Eigentumswohnungen wurden verkauft. „Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass dies weiterhin so anhält“, betonte der Leiter des Vermessungs- und Katasteramtes.

Wie aus dem aktuellen Grundstücksmarktbericht hervorgeht, den Petri soeben vorlegte, stiegen die Preise für neu gebaute Eigentumswohnungen um fünf Prozent. Durchschnittlich 2270 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche mussten Käufer für eine neue Eigentumswohnungen bezahlen. Sowohl für gebrauchte Eigentumswohnungen als auch für neue und gebrauchte Ein- und Zweifamilienhäuser dagegen blieben die Preise stabil. Im Schnitt lag der Kaufpreis je Eigentumswohnung bei 108 000 Euro.

Anstieg um ein Fünftel

Insgesamt wechselten 1101 Immobilien die Besitzer. Die Gesamtzahl der im vorigen Jahr beurkundeten Kaufverträge in Bottrop stieg damit um fast ein Fünftel an. Petri führt dies vor allem auf die angekündigte Erhöhung des Grunderwerbssteuersatzes zurück: Müssen Käufer seit dem 1. Januar jetzt 6,5 Prozent Steuern zahlen, waren es im Dezember noch fünf Prozent: also 30 Prozent weniger an Steuern. „Viele Käufern wollten offensichtlich etwas Geld sparen“, sagte Petri. So waren allein im Dezember noch 244 Kaufverträge abgeschlossen worden. Das waren 21 Prozent aller Immobilienverkäufe. „Darunter waren auch Häuser und Wohnungen, die vorher schon länger am Markt waren: entweder weil sie zu teuer waren oder ihre Ausstattung nicht ganz so gut ausfiel“, erklärte der Vorsitzende des Gutachterausschusses. 177 Millionen Euro insgesamt haben sich die Käufer für die Immobilien ausgegeben, die sie erworben haben. Das ist ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor.

Kirchhellen einen Tick teurer

Dabei lagen die Aktivitäten im Wohnungs- und Grundstücksmarkt in Kirchhellen etwas höher als in Alt-Bottrop. So haben zwar insgesamt bei verkauften 891 Objekten in Bottrop gut viermal mal so viele Immobilien wie in Kirchhellen mit 210 verkauften Objekte die Besitzer gewechselt, doch gemessen an der Bevölkerungszahl bietet der Stadt-Norden den etwas aktiveren Immobilienmarkt: Kam es in Alt-Bottrop je 1000 Einwohner zu neun Käufen, waren es in Kirchhellen elf.

Die Immobilienpreise unterscheiden sich zwischen Kirchhellen und Alt-Bottrop gar nicht so sehr. In guten und sehr guten Wohnlagen seien die Immobilienpreise annähernd gleich, erläutert der Leiter des Katasteramtes. Achim Petri: „Die Preise in Kirchhellen sind vielleicht einen Tick höher“.