Rückgang bei Ausbildungsquote

Für die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen sind die vom statistischen Landesamt IT.NRW veröffentlichten Zahlen neu eingetragener Ausbildungsverträge „absolut keine Überraschung“. Seit drei Jahren weist die IHK darauf hin, „dass die Zeit von Ausbildungsrekorden vorbei ist und mit sinkenden Zahlen zu rechnen ist“, betont IHK-Hauptgeschäftsführer Karl-Friedrich Schulte-Uebbing.

Dass im Arbeitsagentur-Bezirk Recklinghausen, zu dem auch Bottrop zählt, einer der stärksten Rückgänge landesweit zu verzeichnen ist, „spiegelt die aktuell verschärfte Umbruchsituation wider, in der sich die Emscher-Lippe-Region befindet“, so Schulte-Uebbing. Dennoch liege wie im gesamten IHK-Bezirk Nord Westfalen auch im Kreis Recklinghausen die Ausbildungsquote weiterhin über dem Landes- und Bundesdurchschnitt.

„Es mangelt also nicht an der Ausbildungsbereitschaft der Betriebe, es gibt einfach zu wenig Betriebe“. Zudem sieht er die Bewerber in der Pflicht: „Wer eine Ausbildungsstelle möchte, muss bei der Berufs- und Ortswahl eine angemessene Flexibilität und Mobilität mitbringen.“

Dennoch verspricht Schulte-Uebbing: „Wir werden wieder jedem vermittlungsbereiten Jugendlichen mehrere betriebliche Ausbildungsangebote zusichern.“

Unabhängig von der jeweils unterschiedlichen Situation in den einzelnen Arbeitsagenturbezirken beobachtet die IHK die Gesamtentwicklung mit großer Sorge: „Dazu gehört, dass zum einen zu viele junge Menschen falsch beraten ins Studium gehen, zum anderen eine wachsende Zahl von Bewerbern mit den Anforderungen einer Ausbildung überfordert ist“.

So sei auch zu erklären, warum in manchen Teilregionen des Landes Bewerber unversorgt und gleichzeitig eine zunehmende Zahl von Ausbildungsplätzen unbesetzt bleiben. Eine spürbare Kehrtwende auf dem Ausbildungsmarkt sei ausgeschlossen, argumentiert Schulte-Uebbing mit Blick auf den demografischen Wandel. Positiv bewertet der IHK-Hauptgeschäftsführer darum die Signale, die aktuell aus Berlin kommen. „Die zwischen Bund, IHKs, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden geschlossene Allianz für Aus- und Weiterbildung setzt die richtigen Zeichen“, ist Schulte-Uebbing überzeugt.