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Krankenhausbesuchsdienst

Rosen für Rose zum Abschied

14.01.2016 | 10:00 Uhr
Rosen für Rose zum Abschied
Ihre Mitstreiterinnen überreichen der 90-jährigen Rose Segler (Bildmitte) zum Abschied vom Krankenhausbesuchsdienst im Knappschaftskrankenhaus eine Rose.Foto: Winfried Labus

  Die 90-jährige Rose Segler hängt den Krankenhausbesuchsdienst nun an den Nagel. Sie hat den Sonnenschein zu den Patienten gebracht.

Ihr Name ist Rose – klar, dass Rose Segler zum Abschied von jeder ihrer Mitstreiterinnen eine Rose mit einem persönlichen Gruß erhält. Mit 90 Jahren hat sich die Bottroperin entschlossen, den ökumenischen Besuchsdienst im Knappschaftskrankenhaus an den Nagel zu hängen: „Mit 90 Jahren muss ein anderes Leben anfangen“, meint sie und lässt sich Kaffee und selbstgebackenen Kuchen schmecken, den ihr ihre Kolleginnen servieren.

Rose Segler ist eine Ausnahmeerscheinung, das meint die Krankenhausseelsorgerin Ulrike Mummenhoff. Denn erst mit 84 Jahren – wenn andere Senioren sich bereits aus dem aktiven Leben zurückziehen – ist sie überhaupt erst zum Krankenhausbesuchsdienst gestoßen. „Ich habe damals in der Kirche St. Suitbert davon gehört“, erinnert sich die Seniorin. „Und das hat mich interessiert.“ Zur Sicherheit hat sie noch den Pfarrer gefragt, ob sie womöglich mit 84 zu alt für dieses Ehrenamt sei.

Der Gemeindepfarrer hat verneint, ebenso wie dann auch Pfarrerin Mummenhoff, wenngleich sie zugibt, wegen des Alters der Teilnehmerin an dem Fortbildungskurs erst skeptisch gewesen zu sein. „Aber ich habe gelernt, die Älteren sind oft richtige Schätze.“

Das scheinen auch die Schwestern der Station H (Neurologie) so zu sehen, auf der Rose Segler im Einsatz war. „Gestern haben sie mich zu Hause besucht und mir ein tolles Blumengesteck zum Abschied überreicht.“, erzählt sie. Zu Hause ist sie heute im Wohnprojekt „Wohnen in Gemeinschaft“ am Chistopherushaus in Fuhlenbrock, wo sie eine eigene Wohnung, aber viel Service und die Gemeinschaft mit anderen hat.

Weitere Blumen kommen auch von der Pflegedirektion, überreicht von Elisabeth Wichmann: „Sie haben wertvolle Dienste geleistet“, dankt sie. Sechs Jahre lang war die 90-Jährige bei den Patienten im Einsatz, hat an Krankenbetten gesessen, die Hände Sterbender gehalten und zugehört. Nie sei ihr das schwer gefallen, erzählt sie. „Mit Freude, Hoffnung und Herzenswärme“ sei sie in die Patientenzimmer gegangen und habe Sonnenschein mitgebracht. „Unsere Großmutter“, wurde sie von den Schwestern auf der Station liebevoll genannt.

Weiter bei den Treffen dabei

Der Abschied von ihrem Dienst fällt Rose Segler schwer. Doch inzwischen machen ihr manchmal doch das Alter und die Gesundheit zu schaffen. Ganz glücklich ist sie, auch weiterhin ausdrücklich bei der monatlichen Reflexion der Gruppe „mit meinen drei Chefs“ – Pfarrerin Mummenhoff, Pastor Karl-Heinz Heyer und Schwester Beate Harst – willkommen zu sein: „Die Gruppe hat mir inneren Halt gegeben.“

Ute Hildebrand-Schute

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2016-01-14 10:00
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