Rettungsringen ums Bottroper Freibad

Die Beachparty lockt viele Besucher ins Stenkhoffbad. Hier trat Schlagersänger Frank Neuenfels vor vielen Fans auf. Ähnliche Veranstaltungen sollen die Finanzen des Freibades aufbessern.
Die Beachparty lockt viele Besucher ins Stenkhoffbad. Hier trat Schlagersänger Frank Neuenfels vor vielen Fans auf. Ähnliche Veranstaltungen sollen die Finanzen des Freibades aufbessern.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der Förderverein sieht eine neue Schließungsdebatte aufkommen. Dabei sucht ein Arbeitskreis nach Wegen, die Finanzen aufzubessern.

Bottrop..  Die Unkenrufe um das Stenkhoffbad werden lauter. Für den Stenkhoffbad-Förderverein etwa „steht fest, dass die Schließung des Bades zum Ende des Jahres 2015 Thema sein wird“.Das lässt der Förderverein im aktuellsten Chronik-Eintrag auf seiner Facebook-Seite wissen. Dabei arbeitet der Stenkhoffbad-Arbeitskreis des Sport- und Bäderausschusses längst daran, dass solche Schließungspläne gar nicht erst wieder aufkommen. Einen ersten Beitrag dazu soll ein größeres Event im Mai zum Start in die neue Freibadsaison leisten.

„Wir haben den Arbeitskreis fürs Stenkhoffbad wieder aufleben lassen, weil wir das Freibad so schnell nicht aufgeben “, sagt Michael Gerdes, Vorsitzender des Sport- und Bäderausschusses. „Wir wollen das Stenkhoffbad nicht schließen. Das wird auch zum Ende des Jahres kein Thema sein. Wer das sagt, redet Unfug“, betonte der SPD-Vorsitzende. Ziel sei allerdings, die Kostenentwicklung des Freibads an der Stenkhoffstraße besser in den Griff zu bekommen.

„Uns geht es darum, den städtischen Zuschuss zum Bad wenigstens stabil zu halten und möglichst zu senken“, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete. Um die 100 000 Euro steuert die Stadt zurzeit zum Freibad bei, und ihr Haushaltssanierungsplan sieht vor, dass der Sport- und Bäderbetrieb den Zuschuss auf 90 000 Euro drückt.

Ob der Förderverein dabei entscheidend helfen kann, wird allerdings immer fraglicher. So überwies der Verein bis Ende November ganze 500 Euro aufs Freibad-Konto, Ende 2013 waren es immerhin noch 2500 Euro. Doch der SPD-Chef nimmt die Freibad-Förderer in Schutz. „Man darf die Erwartungen an den Förderverein nicht zu hoch schrauben. Der große Hype ist vorbei, seit das Freibad gerettet ist“, sagte er. Dennoch sei es dem Verein gelungen, das städtische Bad mit seinen Veranstaltungen ins Bewusstsein der Bürger zu holen. „Aktionen wie Comedy im Bad hatten eine Signalwirkung“, erkennt der SPD-Vorsitzende an. Der Termin für das diesjährige Comedy-Event steht nach Angaben des Fördervereins auch schon fest. Mitte Juni sollen „den Doc“ alias Comedian Ludger Stratmann „und seine Freunde“ wieder im Stenkhoffbad auftreten.

Anschwimmen als Event

Die Einnahmen des Freibades zu erhöhen, müsse das Ziel sein, erklärt Michael Gerdes. „Es bringt ja gerade einmal drei bis vier Monate pro Saison Geld ein“, sagte der Bundestagsabgeordnete. „Wir müssen also auch außerhalb der Saison Besucher ins Bad holen“, meint er. Mehr Musikveranstaltungen wie die Beachparty mit Schlagerstars seien eine Möglichkeit. Einen Anfang will der Arbeitskreis zum Saisonstart mit einem Anschwimmen im größeren Stil machen und dazu möglichst viele der örtlichen Wassersportvereine ins Bad holen.