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Handarbeit

Renate Gerwien bestrickt Babyfüße

24.02.2016 | 16:00 Uhr
Renate Gerwien bestrickt Babyfüße
Renate Gerwien aus Bottrop strickt Babysocken für das Marienhospital Bottrop. Foto am Dienstag den 23.02.2016 in ihrer mit Strickereien bestückten Wohnung. Foto: Winfried Labus/FUNKE Foto ServicesFoto: Winfried Labus / FUNKE Foto Services

Bottrop.   Die Bottroperin produziert winzige Wollsöckchen für die Neugeborenen im Marienhospital. Nun sucht sie Mitstreiterinnen und Wollreste.

Lila-meliert ist das winzig kleine Baby-Söckchen. „Das habe ich heute noch vor dem Frühstück gestrickt“, verrät Renate Gerwien. Das zweite dazu hat sie bereits in Angriff genommen, das Bündchen ist schon fertig. Aber weiter ist sie damit nicht gekommen. „Ich musste beim Zahnarzt doch nicht so lange warten, wie ich gedacht habe“, sagt sie. Wohin sie auch geht – das Handarbeitszeug ist immer mit dabei, jede Minute wird ausgenutzt, ein paar Reihen zu stricken.

Unermüdlich ist die Bottroperin damit zu Gange und das für einen guten Zweck: „Die Babysöckchen sind alle für die Säuglingsstation im Marienhospital bestimmt“, erzählt sie. „Ich habe da schon wieder eine Tüte voll liegen.“ Schon seit über einem Jahr bestrickt Renate Gerwien reihenweise Babyfüße – dazu gekommen ist sie durch puren Zufall. Ihre Schwester war nämlich mit samt dem kleinen Enkel zur Behandlung im Marienhospital und wurde gefragt, ob sie nicht jemanden kennt, der Babysöckchen stricken kann. Kannte sie und nannte ihre Schwester. Und die war nicht einmal böse drum.

„Wegen meiner Behinderung bin ich viel alleine zu Hause“, erzählt die 63-Jährige. „Handarbeiten ist für mich ein wirkliches Handwerk. Solange ich stricken kann, fühle ich mich noch ein bisschen gebraucht.“ Und so hat sie zu jeder Tageszeit ihr Strickzeug griffbereit. die ersten Reihen entstehen schon unmittelbar nach dem Aufstehen, die letzten Abends vor dem Fernseher. Eineinhalb Stunden rechnet sie pro Söckchen, bis zu drei Paar schafft sie am Tag.

Wollreste werden gebraucht

MaRIENHOSPITAL
900 Babys werden geboren

Rund 900 Babys erblicken Jahr für Jahr das Licht der Welt im Marienhospital. Wollte Renate Gerwien tatsächlich für alle Neugeborenen Babysöckchen stricken -- dann hätte sie viel zu tun. Sie kann also Helferinnen beim Stricken gut gebrauchen. Gut gebrauchen kann sie aber auch Wolle und Wollreste, denn die immer zu kaufen, geht ins Geld.

Nicht nur Söckchen strickt die Bottroperin für die Neugeborenen, sondern auch Pantöffelchen und kleine Kuscheltiere. Im Krankenhaus erhalten die frischgebackenen Eltern die Sachen als Geschenk. Frauen, die Lust haben, mitzustricken oder Leute, die Wolle oder Wollreste abzugeben haben, können sich bei Renate Gerwien melden (Tel. 761470).

Woher kommt eigentlich ihr Leidenschaft fürs Handarbeiten? „Das habe ich mir alles von der Oma abgeguckt“, erinnert sich Renate Gerwien lächelnd. Die hat nämlich immer gehandarbeitet und alle Enkelkinder mit Kleidungsstücken versorgt, inklusive langer Strümpfe, die man damals noch mit einem Strumpfhalter festmachen musste. Schon als sie zehn Jahre alt war, drückte ihr die Oma das erste Mal Häkelzeug in die Hand. Nur nebenbei sei erwähnt, dass Renate Gerwien natürlich auch Nähen, Teppiche knüpfen, Sticken und Stopfen kann. . .

Nun sucht Renate Gerwien Mitstrickerinnen, Frauen, die Lust haben, sich ihr anzuschließen und ebenfalls die Söckchen-Produktion aufnehmen wollen. Gut vorstellen kann sie sich ein „Clübchen“, das sich regelmäßig bei ihr zum Stricken trifft. Bei Bedarf kann sie auch jede in die Geheimnisse des Söckchenstrickens einweihen. Und Wolle kann sie natürlich auch immer gut gebrauchen: „Jeder Wollrest ist willkommen.“

Ute Hildebrand-Schute

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2016-02-24 16:00
Bottrop