Rektorin nimmt Abschied nach 40 Jahren

Brigitte Nölting nimmt nach 40 Jahren Abschied von der Rheinbabenschule.
Brigitte Nölting nimmt nach 40 Jahren Abschied von der Rheinbabenschule.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Brigitte Nölting, die Leiterin der Rheinbabenschule, geht in den Ruhestand. Die Schulgemeinde machte für sie richtig viel Zirkus auf dem Schulhof.

„Wir sagen: Dank für 40 Jahre, vergessen wir Dich nie!“ – Kurzerhand hatten die Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler den Abba-Song „Thank you for the music“ umgedichtet, um Schulleiterin Brigitte Nölting musikalisch passend von der Rheinbabenschule zu verabschieden. Da war viel Zirkus auf dem Schulhof – und das im wahrsten Wortsinne: Der Zirkus „Rheinbabolo“ legte einen letzten ganz großen Auftritt für die scheidende Schulleiterin und „Zirkusdirektorin“ hin und die ganze Schulgemeinde und viele Gäste klatschten begeistert Beifall.

Brigitte Nölting thronte mittendrin im Lehnstuhl auf dem Schulhof. Sie habe sich wenig Reden zum Abschied gewünscht, verriet ihre Kollegin Annette Borgmann, aber „Zirkus ist ihr Ding“. Sie hat das Zirkusprojekt als festen Bestandteil im Schulprogramm verankert.

Seit 43 Jahren als Lehrerin tätig

Doch so ganz ohne Reden ging es dennoch nicht. Die erste hielt Schulrätin Heike Sulimma, die der Rektorin für „großes Engagement, fachliche Kompetenz und an der Schule gelebte Inklusion“ dankte.

Seit 43 Jahre ist Brigitte Nölting Lehrerin, seit 40 Jahren an der Rheinbabenschule. Am Donnerstag wurde sie zum Abschied von Sandra Lüger und einige Mitschülerinnen überrascht, die 1975 in ihrer ersten Klasse in Bottrop saßen. 1999 wurde sie Konrektorin an der Rheinbabenschule, zwei Jahre später Rektorin. Das ginge heute nicht mehr, denn neuere Vorschriften verhindern, dass ein Lehrer auch Leiter „seiner“ Schule wird.

Geboren wurde Brigitte Nölting im Sauerland, studiert hat in sie in Münster. Nach der ersten Stelle in Rheine wollte sie aus privaten Gründen gerne näher nach Essen rücken und hat sich „freiwillig“ auf die Stelle an der Rheinbabenschule in Bottrop beworben: „Das war damals nicht üblich“, schmunzelt die Rektorin. Weil Lehrer damals noch händeringend gesucht wurden, war ihr die Stelle sicher.

Das Ruhrgebiet ist ihr Ding

„Ich bin von Anfang an gerne hier gewesen und gleich am ersten Tag singend und pfeifend nach Hause gefahren“, erzählt Brigitte Nölting. Das Ruhrgebiet ist ihr Ding. „Man spricht hier eine klare Sprache“, sagt sie und schätzt die „ehrliche Art mit einander umzugehen“.

Schule hat sich verändert in den Jahrzehnten. „Wir hatten Visionen am Anfang“, erinnert sie sich an GEW-Forderungen in den 70er Jahren wie kleine Klassen und eine bessere Ausstattung. „Wir haben eine Menge erreicht“, meint sie und denkt dabei an die Offene Ganztagsschule und die Stellen für eine Sozialarbeiterin und eine Sozialpädagogin an der Schule. Sie unterstützen die Grundschule beim gemeinsamen Unterricht und bei der Integration von Seiteneinsteigern. 124 Schüler hat die Schule, darunter sind fünf Kinder mit Förderbedarf und 24 Flüchtlingskinder, die als Seiteneinsteiger gekommen sind. Kleinere Klassen – siehe GEW-Forderung von vor 40 Jahren – wären auch heute noch für alle klasse.

Doch das sind Fragen, um die sich nach den Sommerferien Nachfolgerin Stefanie König, die von der Fürstenbergschule wechselt, kümmern muss. Brigitte Nölting will dann ihren Ruhestand und ihre zweieinhalbjährige Enkelin Alena genießen und sich bei Zeiten ein Ehrenamt suchen: „Aber nichts mit Schule!“