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Reißen geschlossene Sparkassenfilialen in Bottrop Lücken?

13.01.2016 | 18:04 Uhr
Reißen geschlossene Sparkassenfilialen in Bottrop Lücken?
An der Gungstraße hat die Sparkasse ihren Schriftzug entfernt.Foto: Winfried Labus / FUNKE Foto Services

Bottrop.   Geschäftsleute im Umfeld der ehemaligen Filialen fürchten Umsatzeinbußen. In einer Umfrage äußern sie sich vorsichtig dazu.

Nicht ganz zwei Wochen sind die vier Sparkassen-Filialen im Bottroper Süden nun geschlossen. Die Niederlassungen lagen in der Regel in kleinen Geschäftsvierteln. Wer zur Bank ging, machte dort nicht selten auf demselben Weg Besorgungen. Der Gang zur Kasse entfällt nun und damit auch der Einkauf im Quartier?

Solche Pauschalierungen sind sicher zu einfach, wie eine WAZ-Umfrage im Umfeld der ehemaligen Filialen ergab. Vielmehr hängt es ab von der Art des Geschäfts und vom jeweiligen Stadtteil, außerdem sei es für eindeutige Aussagen zu früh, wie befragte Händler meinten.

"Viele Kunden setzen nun auf Kartenzahlung"

So sieht es auch Peter Kramer. Er betreibt am Ostring neben der ehemaligen Sparkassenfiliale die Barbara-Apotheke. Was ihm auffällt: „Viele Kunden setzen nun auf Kartenzahlung.“ Seine Vermutung: Bisher hätten sie sich nebenan mit Bargeld eingedeckt. Das geht nun nicht mehr. Außer der Apotheke gibt es im Umfeld der Filiale am Ostring kaum noch Geschäfte. Und für ihn, das gibt Kramer zu, wäre ein Wegzug der Ärzte deutlich schlimmer gewesen.

Anders die Situation in Welheim. Ein Geschäftsmann an der Gung-straße malt ein düsteres Szenario. Denn mit der Sparkasse sei auch seine Laufkundschaft verschwunden. Nicht zu reden von den Schwierigkeiten, vor denen viele ältere Welheimer nun stünden. „Die müssen jedes Mal bis in die Boy. Die Fahrt kostet hin und zurück mit dem Bus 5,20 Euro.“ Er gehe davon aus, dass die Welheimer Geschäfte den Umsatzrückgang spüren und sagt voraus: „Fünfzig Prozent, vielleicht sogar mehr.“

Für eine echte Bilanz sei es noch zu früh

So schwarz sieht Monika Domeratzki das nicht. Sie betreibt in Welheim eine Modeboutique. Doch auch sie befürchtet: „Wer mit dem Bus in die Boy fahren muss, gibt dort sein Geld aus.“ Für eine echte Bilanz sei es „aber noch zu früh“.

Unterschiedlich auch die Reaktionen an der Prosperstraße. Seit 15 Jahren betreibt Jessica Hepner dort einen Blumenladen. Die Entscheidung der Sparkasse empfindet sie als „Schlag für den Stadtteil“. Für sich persönlich fürchtet sie einen Umsatzrückgang, weil die Laufkundschaft schwindet. Gerade am Valentinstag oder zu den Feiertagen. „Viele kamen zur Sparkasse, haben Geld gezogen und Blumen mitgenommen. Nun nutzen sie einen anderen Weg.“

Nebenan bleibt Apothekerin Annette Klossok gelassen. Zwar glaubt auch sie, dass etwas wegfalle, aber so hart treffe es eine Apotheke nicht.

Wolfram Triebe, der an der Prosperstraße seinen Supermarkt betreibt, glaubt nicht, dass es zu Einbußen kommt. In der Regel akzeptierten ja auch alle Geschäfte die gängigen Karten. „Daher rechne ich nicht mit Verschiebungen in den Umsätzen.“ Zumal Rewe – dazu gehören seine Märkte auch – seit anderthalb Jahren einen Bargeld-Service biete. Bei einem Umsatz von 20 Euro können Kunden sich an der Kasse bis zu 200 Euro von ihrem Konto auszahlen lassen.

Januar generell schlechter Monat

Vorsichtig auch die Einschätzung von Christian Zieglarz, der gegenüber der ehemaligen Filiale an der Essener Straße Kiosk und Getränkemarkt betreibt. Zwar fürchtet er Auswirkungen, doch für ein Urteil sei es noch zu früh. Zumal: „Der Januar ist generell der schlechteste Monat.“ Mancher Kunde, der früher Geld geholt und dann bei ihm Zigaretten mitgenommen hat, komme aber wohl nicht mehr.

Alles in allem herrscht Zurückhaltung bei der Bewertung der Situation. Die DKP als scharfe Kritikerin der Filialschließungen hatte bereits in der vergangenen Woche pauschal von einem spürbaren Kundenrückgang gesprochen.

Kommentare
14.01.2016
09:04
Reißen  fehlende Sparkassen Lücken?
von blaufrodo | #2

Gibt es evtl. die Möglichkeit, dass die Sparkasse Geld zu den Kunden bringt/schickt (gegen geringe Gebühr)?

1 Antwort
Reißen geschlossene Sparkassenfilialen in Bottrop Lücken?
von Diana1971 | #2-1

Die Sparkasse hat für ältere und kranke oder behinderte Menschen einen Bargeld-Bring-Service eingerichtet. Der kostet auch nur 3 Euro im Monat und in Härtefällen wird darauf verzichtet. Fragen Sie einfach mal beim Sparkassen-Berater nach.

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Reißen geschlossene Sparkassenfilialen in Bottrop Lücken?
Reißen geschlossene Sparkassenfilialen in Bottrop Lücken?
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http://www.derwesten.de/staedte/bottrop/reissen-geschlossene-sparkassenfilialen-in-bottrop-luecken-id11460465.html
2016-01-13 18:04
Bottrop, Sparkasse, Filialen, Schließungen, Bankgeschäfte, Handel
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