Regisseur Winkelmann macht Kolonie in Bottrop zur Kulisse

Trotz schlechten Wetters sind die Dreharbeiten für Adolf Winkelmanns neuen Film „Junges Licht" im Laerkamp in vollem Gange.
Trotz schlechten Wetters sind die Dreharbeiten für Adolf Winkelmanns neuen Film „Junges Licht" im Laerkamp in vollem Gange.
Foto: FUNKE Foto Services
Bottrop ist erneut Schauplatz für Winkelmanns Revierfilm „Junges Licht“ gewesen. In Batenbrock entstand ein Kiosk mit einer mürrischen Verkäuferin.

Bottrop.. Klappe, die Zweite! Nach der Grundschule Welheim wird nun die Zechenkolonie rund um Aegidistraße und Laerkamp zur Kulisse des Ruhrgebietsfilms „Junges Licht“ von Regisseur Adolf Winkelmann. Straßen sind gesperrt, ein neuer Kiosk entsteht – für den Film. An dem werden die nur zwei Szenen innerhalb eines ganzen Tages gedreht.

Das Wetter ist schlecht und damit auch die Lichtverhältnisse – trotzdem werden die Sequenzen durchgeprobt. Regisseur Winkelmann und sein erster Kameramann David Slama beobachten alles genau, geben Anweisungen und Verbesserungsvorschläge. Mal soll der junge Hauptdarsteller dichter an der Wand entlang laufen, ein anderes Mal steht ein Fahrrad nicht richtig im Bild. Dieser Blick fürs Detail ist wichtig, das fällt auch den Beobachtern sofort auf.

Und von denen gibt es einige. Die Sperrung ihrer Straße stört die Anwohner des Laerkamps nicht. Im Gegenteil, viele beobachten neugierig, was draußen vor sich geht. „Es ist interessant und spannend anzusehen, wie so ein Film entsteht“, sagt Orhan Semiz. Während der Dreharbeiten steht er am Straßenrand und beobachtet das Geschehen, mehrere Schaulustige, darunter vor allem Kinder, tun es ihm gleich. Andere wiederum schauen aus ihren Fenstern. Sie alle verfolgen fasziniert und gebannt die einzelnen Schritte und Abläufe der Arbeit der Akteure und der Filmcrew.

Doch zurück zur Szene am Kiosk: Die Dortmunder Kabarett-Größe Franziska Mense-Moritz steht als mürrische Frau Kalde mit runtergezogenen Mundwinkeln in ihrem Kiosk. Schauspieler Jürgen Schornagel steht davor und trinkt sein Bier. Die zwölfjährige Hauptfigur Julian, gespielt von Oscar Brose (13) tritt ins Bild und gibt vor, zwei Schachteln Kippen und zwei Bier für seine Mutter holen zu wollen – obwohl er sie eigentlich für sich und seine Kumpels haben will. Den Betrag lässt er auf seine Mutter anschreiben – so ging es früher eben an der Bude zu.

In einer anderen Szene steht Schauspielerin Caroline Peters als freizügige Bardame Frau Morian, die sich gern mit Männern rumtreibt, am Kiosk. Linus Schütz fährt währenddessen als Halbstarker Jonny, der etwas für die frühreife Marusha (Greta Sophie Schmidt) übrig hat, mit seiner Kreidler Florett vor. Hier macht vor allem das Moped Probleme. Das will nicht immer so, wie das Team will.

Schon zum zweiten Mal ist Winkelmann am Montag mit seinem Team in Bottrop – und alle sind zufrieden. Demnächst geht es weiter nach Marl, das Bergwerk Auguste Victoria ist als Schauplatz vorgesehen.