Rat und Hilfe für Patienten und Angehörige

Im Gespräch mit Assistenzärztin Elli-Eirini Gkavagia (re.) klärtBarbara Dickmann beispielsweise um welche Patienten sie sich kümmern muss.
Im Gespräch mit Assistenzärztin Elli-Eirini Gkavagia (re.) klärtBarbara Dickmann beispielsweise um welche Patienten sie sich kümmern muss.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Barbara Dickmann arbeitet als Mitarbeiterin des Sozialdienstes im KK Bottrop. Zu ihren Aufgaben gehört, die Pflege nach einem Krankenhausaufenthalt zu organisieren.

Bottrop..  Nach einem Krankenhausaufenthalt kann plötzlich alles anders sein, die Krankheit verändert das Leben und ohne Hilfe geht (fast) nichts mehr. Damit sich Patienten und Angehörige in dieser Situation zurechtfinden, ist Barbara Dickmann mit Rat und Tat zur Stelle. Seit 1997 arbeitet sie als Mitarbeiterin im vierköpfigen Team des Sozialdienstes am Knappschaftskrankenhaus Bottrop. „Doch wir bringen hier nicht nur Reha-Maßnahmen und Pflege auf den Weg, wir sind auch bei vielen anderen Sorgen und Nöten die ersten Ansprechpartner.“

Schon als Schülerin wusste Barbara Dickmann, dass sie beruflich gern mit Menschen arbeiten wollte. Also war die Ausbildung zur Krankenschwester am Essener Philippusstift nach dem Schulabschluss 1975 nur konsequent. „Auch wenn ich Krankheit und Leid begegnet bin, so machte die Arbeit viel Spaß“, so die 56-Jährige. „Doch als dann nach dem ersten Kind noch Zwillinge ihr Familienleben komplettierten, war es mit der Krankenpflege vorbei.“

Doch „nur“ Familie sollte es auch nicht sein: Die Essenerin holte ihre Fachhochschulreife nach und studierte Sozialarbeit an der damaligen Universität Essen. Und mit dem Anerkennungsjahr - das damals noch notwendig war - ging es nach dem Diplom-Abschluss 1997 ans Knappschaftskrankenhaus Bottrop. Die Ansprüche an den Sozialdienst des Krankenhauses haben sich seither immer mehr gesteigert. Rund 2700 Patienten und deren Angehörige betreut das vierköpfige Team inzwischen pro Jahr.

„Wir beraten Patienten und Angehörige vor allem dann, wenn sich durch die Krankenhaussituation eine Änderung für den Wohn- und Lebensbereich ergibt“, erklärt Dickmann. Sie selbst kümmert sich „um alles, was nichts mit Reha-Maßnahmen zu tun hat“, also vor allem um den Bereich der Pflege. Im Rahmen des Entlass-Managements führt sie Gespräche mit Ärzten, Pflegern, Patienten und Angehörigen, um letztlich alles auf den Weg zu bringen, damit Leben und Alltag nach dem Krankenhausaufenthalt weitergehen können: „Es müssen Anträge gestellt, Kostenträger informiert, Ort und Form der Pflege gewählt und Hilfsmittel geordert werden“, nennt Barbara Dickmann einige Beispiele ihrer umfassenden Aufgaben. „Jeder Tag ist anders“, so die Mitarbeiterin des Sozialdienstes. „Kein Tag ist planbar, aber gerade das fesselt mich an meiner Arbeit.“ Natürlich werde sie stets mit großem Leid konfrontiert und meist organisiere sie zukünftigen Alltag, der sich wahrscheinlich nie wieder bessern werde. „Und gerade der Patient selbst braucht meist sehr lange, um sich einzugestehen, dass er fortan Hilfe braucht und alles nie wieder so sein wird, wie zuvor“, so Dickmann. „Aber auch wenn ich den Aufenthalt in einem Hospiz organisieren muss, so weiß ich doch, dass ich diesem Menschen in seiner Situation etwas Gutes getan habe.“ Mit nach Hause nehmen, dürfe man all das Leid jedoch nicht. „Man darf das nicht zu nah an sich ran lassen, zudem gibt das Team viel Rückhalt.“