Radfahrer vermissen in Bottrop die Wertschätzung

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Was wir bereits wissen
Regelmäßig fragt der ADFC in seinem Fahrradklimatest ab, wie zufrieden Radler mit ihrer Stadt sind. Im Vergleich belegt Bottrop Rang 19 von 37.

Bottrop..  Die Situation für Radfahrer in Bottrop verändert sich nicht. Zu dieser Einschätzung kommen zumindest die Bottroper Radfahrer, die sich am ADFC Fahrradklimatest beteiligt haben. Einmal im Jahr fragt der Club bundesweit die Radfahrer nach ihrer Einschätzung. Wie sehen sie ihre Situation in ihrer Stadt. 28 Fragen hat der Club erarbeitet, die Teilnehmer vergeben Schulnoten von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend). Eine Durchschnittsnote von 3,82 vergaben die 172 Teilnehmer. Damit belegt die Stadt Rang 19 von 37 im Vergleich der Städte mit Einwohnern zwischen 100 000 und 200 000 Einwohnern. Zuvor belegte Bottrop Rang 15. Landesweit reichte es zu Rang 6 von 13.

Besonders gut schneidet Bottrop bei den Fragen nach der Infrastruktur für Radfahrer ab. Geht es um das „Radverkehrsnetz“, sprich die Radwege, sind die befragten Radler zufrieden. In dem Themenkomplex reicht es für eine Durchschnittsnote von 2,9.

Stellenwert des Radverkehrs nicht hoch genug

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Weniger erfreulich die Bewertung beim Themenkomplex „Stellenwert des Radverkehrs“. Hier sehen die Befragten den größten Nachholbedarf, haben nicht den Eindruck, dass sie als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer wahrgenommen werden – seitens der Autofahrer und seitens der Planer. Dabei fällt auf: Hier kritisieren die Teilnehmer vor allem die Dinge, die die Stadtplaner eigentlich im Klimaschutzteilkonzept Mobilität verändern wollten. Doch wurde dieses Konzept als Ganzes seitens der Politik gebremst. Stattdessen will man über jeden Punkt gesondert beraten. So sollte beispielsweise die Ampelschaltung besser auf Radfahrer abgestimmt werden. Das scheint auch nötig zu sein, denn bei dieser konkreten Frage reicht es nur für die Durchschnittsnote 4,9. Dass die anderen Städte mit einem Durchschnitt von 4,5 auch keinen viel besseren Eindruck machen, wird die Radler sicher nicht zufrieden stellen. Außerdem haben die Bottroper das Gefühl, dass Radwege allzu häufig von parkenden Autos blockiert werden. Hier reicht es nur zu einer 4,7.

Leihräder entfallen künftig

Bei der Auswertung der Stärken und Schwächen kommt der ADFC zu dem Schluss, dass das dichte Netz an Leihfahrräder eine der Bottroper Stärken im Vergleich zu den Nachbarstädten ist. Doch allzu sehr sollte man sich darüber nicht freuen. Denn nach dem Test hat der Betreiber der Leihstationen – Metropolrad Ruhr – angekündigt, einen Großteil der Stationen abzubauen. Dieses Pfund fällt also beim nächsten Klimatest weg. Dabei gab es bei der Frage mit 2,6 die höchste Durchschnittsnote. Als weitere Stärken hat der ADFC den Spaß am Radfahren – hier verteilten die Teilnehmer auch vergleichsweise gute Noten – und die Wegweisung für Radler ausgemacht.

Geht es nach den Teilnehmern des Klimatests müsste die Stadt bei Oberfläche, Reinigung und Winterdienst auf Radwegen nacharbeiten. Diese Punkte hat der ADFC nämlich im Vergleich zu ähnlichen Städten als Schwächen ausgemacht.