Radfahrer in Bottrop tödlich verletzt - Geldstrafe für Lkw-Fahrer

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Bottrop.. Ein portugiesischer Fernfahrer, der im Juli 2010 mit seinem Lkw einen Radfahrer erfasst und tödlich verletzt hat, kommt mit einer Geldstrafe davon. Das Amtsgericht Bottrop verhängte zudem ein einmonatiges Fahrverbot. Das gilt nur für Deutschland.

Die Verhandlung war nach 15 Minuten vorbei: Der portugiesische Fernfahrer R., angeklagt wegen fahrlässiger Tötung, wurde zu einer Geldstrafe von 3600 Euro sowie einem einmonatigen Fahrverbot verurteilt.

Die Richterin bezeichnete den tödlichen Unfall als ein „einmaliges, situationsbedingtes Fehlverhalten“ des Lkw-Fahrers. Das ausgesprochene Fahrverbot gilt nur für Deutschland. Der verurteilte 56-Jährige kann seine Arbeit damit im Ausland weiterhin ausführen.

Überrollt

Wie bereits bei der letzten Verhandlung im Mai war der Angeklagte auch zur Urteilsverkündung nicht erschienen. Für den Verlauf blieb das jedoch ohne Bedeutung, die Formalitäten waren bereits im Vorfeld geklärt worden.

Im Juli letzten Jahres hatte der Lkw-Fahrer beim Rechtsabbiegen an der Gladbecker Straße einen Radfahrer übersehen, der dann von dem Lastwagen erfasst, einige Meter mitgeschleift und überrollt worden war. Die Verletzungen des Mannes waren so schwer, dass er im Krankenhaus an den Folgen starb.

Toter Winkel

Die Verteidigung des Portugiesen hatte argumentiert, er habe in den Spiegel geschaut, jedoch wegen des problematischen toten Winkels keine Person sehen können. Bei einem Lastwagen gebe es leider solche nicht einsehbaren Bereiche. Dem hielt die Staatsanwaltschaft entgegen, der Fahrer habe nicht darauf geachtet, wer zuvor in den toten Winkel seines Lastwagens eingefahren sei, so dass es dann beim Abbiegen zu der tödlichen Kollision gekommen ist. Die Anklage hielt damit den Vorwurf der fahrlässigen Tötung aufrecht.