Prunksitzung ist heute ein närrischer Höhepunkt

Die ein Jahr dauernde Regentschaft über die Bottroper Narren ist keinesfalls ein Job, um den man sich prügelt. „Es wird immer schwerer, Leute zu finden“, klagt Adjutant Klaus Buhla. Der Prinz muss nämlich nicht nur viel Zeit, sondern auch viel Geld haben, denn die Ausgaben für seine Regentschaft muss er abgesehen von kleinen Zuschüssen des Vereins weitgehend allein bestreiten oder sich Sponsoren suchen. Das geht los mit dem Prinzengewand und weiter mit den Orden - 275 werden eigens angefertigt. Dann gibt es Blumen bei den Auftritten, gedruckte Karten und nicht zu vergessen die ganzen Fahrtkosten, die Kosten für den Prinzenwagen und das Wurfmaterial für die Umzüge. Ein teurer Spaß, das ganze.

Kein Wunder also, dass die Karnevalsgesellschaften gerne abwinken. Im Bottroper Festkomitee sind neun Vereine, und die sollen eigentlich reihum das Stadtprinzenpaar stellen. Dass das so nicht passiert, kann man allein daran ablesen, dass die KG Boy in den letzten 22 Jahren fünfmal das Stadtprinzenpaar bestimmt hat, obwohl sie nur die drittgrößte Gesellschaft ist. Den Vereinen mangelt es an Nachwuchs, und die Mitglieder haben heute weniger Zeit als früher, weil sie beruflich ganz anders eingespannt sind.

Heute erreicht die diesjährige Session für Klaus und Christiane einen ihrer Höhepunkte: die Prunksitzung der KG Boy in der Aula Wellheim. Die 340 Plätze sind schon lange ausverkauft.