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Prosper-Haniel - RAG-Bergleute könnten zur Deutschen Bahn wechseln

22.03.2012 | 18:16 Uhr
Prosper-Haniel - RAG-Bergleute könnten zur Deutschen Bahn wechseln
Lokomotive für den sozialen Personalabbau im Bergbau: Die Personalvorstände Ulrich Weber (DB) und Peter Schrimpf (RAG) unterzeichneten gemeinsam mit den Konzernbetriebsräten Ludwig Ladzinski und Günter Kirchheim (DB) und Ludwig Ladzinski (RAG) im Lokschuppen des Bergwerks Prosper-Haniel den Kooperationsvertrag. Foto Dirk Bannert

Bottrop.   Die Deutsche Bahn wird viele der letzten Bergleute übernehmen, wenn der Deutsche Steinkohlenbergbau aufs Abstellgleis gestellt wird. Spätestens 2018 soll das letzte Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop schließen. Bis dann brauchen 1700 RAG-Mitarbeiter neue Jobs.

Eine rote Lokomotive brummte im Lokschuppen auf dem Gelände des Bergwerks Prosper-Haniel. Bahngleise führen auf den letzten Metern ans Ziel. Diese Kulisse sagte fast alles: Die Deutsche Bahn AG wird die letzten Bergleute der RAG übernehmen, wenn 2018 der subventionierte Steinkohlenbergwerk auf dem Abstellgleis stehen wird. Bis dahin läuft der Personalabbau in den Bergwerken wie auf Schienen.

Die Deutsche Bahn wird in Bottrop demnächst ein Vermittlungsbüro einrichten, um den fliegenden Personalwechsel zu bewerkstelligen. „Wir vermitteln aus der Arbeit in die Arbeit“, sagte Ludwig Ladzinski, Vorsitzender des RAG-Gesamtbetriebsrates.

Eine ähnliche Kooperation strebt die RAG auch mit Evonik an

Rund 1700 RAG-Mitarbeiter brauchen bis 2018 voraussichtlich neue Jobs. Dann soll das Bottroper Bergwerk als letztes schließen . „Wir haben also Zeit. Unser Ziel ist es nicht, alle innerhalb von eineinhalb Jahren zu vermitteln“, sagte der Bottroper, bevor er und DB-Konzernbetriebsratschef Günter Kirchheim im Lokschuppen mit den Personalvorständen Peter Schrimpf (RAG) und Ulrich Weber (DB) den Kooperationsvertrag zwischen der RAG und der Bahn AG unterschrieben. Eine ähnliche Kooperation strebt die RAG auch mit Evonik an. „Bei der Bahn passen die Berufsbilder aber besser. Bei Bedarf können sich die Mitarbeiter in Lehrgängen weiterbilden und zusätzliche Kenntnisse erwerben“, betonte RAG-Personalchef Schrimpf.

Die Bahn hätte theoretisch für alle RAG-Leute neue Jobs

Die Bahn AG kann die Leute aus dem Bergbau ganz gut gebrauchen. Auch sie beschäftigt zum Beispiel Mechatroniker, Industriemechaniker oder Elektroniker in den Werkstätten, aber auch Industriekaufleute. „Wir haben im Umkreis von 50 Kilometern um Bottrop in den nächsten Jahren einen Bedarf von tausend bis 1500 neuen Kollegen“, sagte Bahn-Betriebsratsvorsitzender Kirchheim. Die Bahn hätte theoretisch für alle noch zu vermittelnden Mitarbeiter neue Jobs. Diese werden bei der Personalsuche bevorzugt behandelt. So brauche der Konzern zum Beispiel Elektriker, Gleisbauer, Weichenmechaniker, und Elektroniker für ihre Leitungstechnik.

„Genau die Fachkräfte, die exzellent zu uns passen“

Allein weil bei der Bahn AG in den nächsten Jahren viele Mitarbeiter in Rente und Pension gehen, brauche der Konzern ständig neue Mitarbeiter, erklärte DB-Personalvorstand Weber und betonte: „Die RAG-Beschäftigten sind mit ihrem hohen Ausbildungsstand genau die Fachkräfte, die vom Profil her exzellent zu uns passen.“

Norbert Jänecke



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