Proben-Zeit für die Kolpingsfamilie

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Das größte Bühnenereignis des Jahres wird 2015 wohl ein Festival unter freiem Himmel werden. Die größte Show im Saal dürfte dagegen die Kolpingsfamilie Kirchhellen auf die Bühne stellen: Ihre Laienspielschar tritt an, mit ihrem plattdeutschen Lustspiel „Wo Qualm es, es ok Füer“ fünf Mal den Saal im Brauhaus am Ring zu füllen.

„Mit dem Thema Rauchverbot hätten wir aktueller kaum sein können“, sagen Claudia und Bernd Hollender mit Blick auf das Urteil des Bundesgerichtshofes zum Thema Rauchen auf dem Balkon einer Mietwohnung. Allerdings: Als der Krimi- und Theaterautor Walter G. Pfaus sein Lustspiel „Wo Rauch ist, ist auch Feuer“ 2009 schrieb, ging das Thema Rauchverbot noch im Zusammenhang mit Gaststätten durch alle Medien. Das ursprünglich bayerische gefärbte Lustspiel ist für den Einsatz in Kirchhellen von Marianne Kurtz ins Plattdeutsche übertragen worden; so wurde aus der Hauptperson Frieder Rauch Dors Bach.

Reinhold Grewer spielt den Familienvater, der nach einer Zechtour eine Reihe von Problemen hat: Erstens hat er einen mächtigen Filmriss, zweitens heftige Entzugserscheinungen; hat er seiner Frau (Tille Haubold) doch versprochen, mit dem Rauchen aufzuhören.

Die zum großen Teil untauglichen Versuche, heimlich an Zigaretten zu kommen, sorgen ebenso für die in einem Lustspiel unvermeidlichen Verwicklungen wie der Versuch, seine Jugendliebe vor seiner Frau zu verstecken. Am Ende wird alles gut, weil Dors Bach einsieht, dass man gegen die Frauen eh nicht ankommt. In weiteren Rollen stehen auf der Bühne Petra Schenke, Jan Fasthoff, Marie-Luise Eulering, Andreas Luerweg, Matthias Böing, Silke Deffte und Doris Wilms. Reinhold Grewer zeichnet mit seinem Team für die Kulissen verantwortlich, hinter den Kulissen haben Claudia und Bernd Hollender die Fäden in der Hand. Waltraud Schweitzer kümmert sich um die Maske, Peter Diericks und Christoph Canibol um den Vorhang. Simone Schnieder sorgt dafür, dass niemand stecken bleibt.

Das plattdeutsche Theater hat in der 1900 gegründeten Kolpingsfamilie eine lange Tradition: „Seit 1923 mit Pause in der Nazizeit von 1932 bis 1945“, sagt Bernd Hollender, der selbst seit einem halben Jahrhundert dabei ist. Auch die Probenarbeit folgt einem bewährten Schema, sagt Claudia Hollender: „Spätestens im September beginnen wir Stücke zu lesen. Das erste Treffen der Schauspieler ist im Oktober, im November beginnen die Proben. Und ab Januar erhöhen wir die Schlagzahl mit zwei Proben die Woche.“