Proben laufen auf Hochtouren für den Halden-Holländer

Mitglieder des Projektchores bei Proben für die Aida-Aufführung, dert letzten großen Operninszenierung auf der Halde, im Jahr 2010. Derzeit proben etwa 100 Sängerinnen und Sänger für Wagners „Der fliegende Holländer“ 2016.
Mitglieder des Projektchores bei Proben für die Aida-Aufführung, dert letzten großen Operninszenierung auf der Halde, im Jahr 2010. Derzeit proben etwa 100 Sängerinnen und Sänger für Wagners „Der fliegende Holländer“ 2016.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Wenn Ende des Jahres das Regiekonzept für die Wagners „Der fliegende Holländer“ vorgestellt wird, hat der neu zusammengestellte Projektchor seine Partie musikalisch bereits in trockenen Tüchern. Derzeit bereiten sich fast 100 Sängerinnen und Sänger auf die große Open Air-Produktion im nächsten Jahr vor.

Bottrop..  Das Holländer-Projekt für die Halde wächst. Vor allem der Chor, der in Richard Wagners Frühwerk „Der fliegende Holländer“ eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt, bereitet sich schon ein Jahr vor der Premiere auf Hochtouren vor. 50 Sängerinnen und über 40 Sänger haben bereits die ersten drei Proben hinter sich. Zum Teil sind es erprobte Chorsänger aus Bottroper Chören oder Mitglieder von Ensembles anderer Städte. Manchmal aber auch Begeisterte aus der Region, die im Projektchor der Arbeitsgemeinschaft Bottroper Chöre (ABC) diese Open Air-Produktion aktiv miterleben und -gestalten wollen.

Teilnehmer aus der gesamten Region

„Ein Sänger kam über Mund-zu-Mund-Propaganda sogar aus Krefeld nach Bottrop“, sagt Britta van Ellen, die für die ABC vor allem den Projektchor für den „Halden-Holländer“ koordiniert. Aber auch Sängerinnen und Sänger aus Gladbeck, Dinslaken, Oberhausen und Essen sind aktiv dabei. Der Sängerkreis Essen, eine organisatorische Dachorganisation für Chöre, hat dabei fleißig die Trommel gerührt und Mitstreiter auf das Bottroper Opernprojekt aufmerksam gemacht.

Vor allem für viele Männer sei es ein tolles Erlebnis, mit so vielen Gleichgesinnten zu singen, so die zweite ABC-Vorsitzende. Denn normalerweise gehörten die Herren in den meisten Chören zur kleinen Minderheit. Der klassische Ruf „Tenöre werden immer gesucht“ trifft nach wie vor auf die meisten Ensembles zu, nur dass mittlerweile auch Bariton und Bass zur raren Spezies zählen. Und im Bottroper temporären Opernchor sind alle Altersgruppen vertreten. „Wir haben 20-Jährige dabei, aber auch einen 83-Jährigen, der natürlich lange Chorerfahrung mitbringt“, so van Ellen. Auch der Holländer-Chor soll noch um gut zehn Sänger wachsen. „Wir brauchen genügend Stimmen für den szenisch agierenden Chor, aber auch der Chor auf dem Orchesterpodium soll in allen Stimmen ausreichend besetzt sein“, sagt Britta van Ellen.

Für Proben und Stimmbildung zeichnen - wie bereits seit der Gründung des ABC-Projektchors 2008 - Ludger Köller und Elisabeth Otzisk verantwortlich. Die Sopranistin übernimmt nach ihrem Aida-Erfolg im nächsten Jahr auch die Partie der Senta, der weiblichen Hauptrolle, in Thomas Grandochs Neuinszenierung der romantischen Oper, die 1843 wesentlich zu Richard Wagners Durchbruch mit beitrug und bis heute auf allen Opernbühnen präsent ist.

Probenstatus zur Zeit ist der dritte Akt des Werkes mit dem berühmten Männerchor „Steuermann lass die Wacht“, in dem die Seeleute auch die Besatzung des Geisterschiffes des Holländers zum Fest einladen wollen. Bis Jahresende sind noch acht feste Probentermine angesetzt. Nächste Probe ist am Samstag, 30. Mai von 10-bis 15 Uhr. Die Männer proben in der Cyriakusschule, die Frauen in der Musikschule.

An diesem Tag lädt die ABC auf den Rathausplatz anlässlich des Bottroper Stadtfestes zu einer Sport- und Musik Benefiz Veranstaltung zu Gunsten der Musikschule und des „jungen museums“ (siehe nebenstehender Kasten).