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Postbotin zieht sich vier Pullover über

08.02.2012 | 18:26 Uhr
Postbotin zieht sich vier Pullover über
Postbotin Susanne Walter schützt sich mit dicken Handschuhen, Mütze und vier Pullovern vor der Kälte . Foto: Birgit Schweizer

Bottrop.   Susanne Walther wickelt sich in der Kälte einen dicken Schal um Hals und Kinn, trägt Ski-Unterwäsche, vier Pullover, Handschuhe und Mütze, wenn sie die Post bringt - und freut sich aufs heiße Bad nach ihrer Tour.

Eiskalt ist es an diesem Morgen. Dennoch kommt Susanne Walther ins Schwitzen. Die Postbotin muss auf ihrer Tour mit ihrem Fahrrad den Südring hinauf. Vorn im Fahrradkorb liegen dicht an dicht Briefe. Gut 50 Kilogramm ist allein die Post in ihrem Korb schwer. Mindesten 30 Kilo wiegt ihr gelbes Post-Rad. Da muss die schlanke Botin kräftig in die Pedale treten, um in Schwung zu bleiben. „Die Steigung am Südring ist nicht ohne, das Stück zieht sich“, sagt die 42-Jährige mit einem Lächeln auf den Lippen.

Die Kälte macht ihr zu schaffen. „Dienstag war bisher der schlimmste Tag. Da taten mir in der Kälte die Füße weh“, berichtet die Postbotin. Zwischen minus elf und minus vier Grad kalt war es da. Dabei weiß sich Susanne Walther gut zu schützen gegen den Frost und den eisigen Wind. „Heute habe ich vier Pullover und Ski-Unterwäsche an“, verrät sie und lüftet ihren dicken, langen Schal ein wenig, den sich um Kinn und Hals gebunden hat. Die blaue Mütze und die Handschuhe, die sie außerdem trägt, stellt ihr die Post, auch die blauen Pullover.

„Die Kollegin leistet wirklich Schwerstarbeit“

„Die Kollegin leistet wirklich Schwerstarbeit“, zollt ihr Post-Sprecher Rainer Ernzer Respekt. Fast alle Boten des Unternehmens sind mittlerweile mit Fahrrädern auf Tour. „Zu Fuß sind kaum noch welche unterwegs, nur noch in den Citys und Fußgängerzonen“, erklärt Ernzer. Mit dem Rad lassen sich die Distanzen, die die Postboten zurücklegen müssen, einfach besser bewältigen. Auch Pedelecs stellt die Post ihren Boten bereit. „Die bekommen aber meist die älteren Kollegen“, erklärt Susanne Walther.

Um die 30 Kilometer legt die Bottroperin jeden Tag von Montag bis Samstag zurück. Um 9 Uhr macht sie sich auf den Weg, vorher sortiert sie die Post vor. Muss sie besonders viele Briefe ausliefern, ist die 42-Jährige auch schon mal bis um 16 Uhr unterwegs. Wenn ihr Fahrradkorb geleert ist, steuert sie eine der grauen Stationen an, in denen weitere Post für ihren Bezirk lagert und räumt den Korb wieder voll. Bis zu fünfmal am Tag, erklärt Postsprecher Ernzer.

„Bei Glatteis und Schnee sind die Postboten ihre eigenen Chefs“

Trotz des plötzlichen Kälte-Einbruchs findet die Botin diesen Winter noch recht erträglich. „Es gibt ja kaum Glatteis und es liegt auch kein Schnee“, sagt Susanne Walther, „da war der Winter ein Jahr zuvor mit dem vielen Schnee doch viel schlimmer“. Vor allem in den Nebenstraßen, in denen die Stadtreiniger den Schnee nicht räumen, und auch die Bürgersteige nicht durchgängig gefegt sind, kommen die Postboten mit ihren Rädern kaum voran.

Die Post redet ihnen bei solcher Witterung übrigens nicht rein. „Bei Glatteis und Schnee sind die Postboten ihre eigenen Chefs“, betont Sprecher Ernzer, „nur sie wissen, ob es an Ort und Stelle noch sicher ist, oder nicht“. Die meisten bringen die Post aber auch bei so extremen Bedingungen wie im Winter zuvor. „Sie müssten die Post ja sonst wieder zurückbringen und doppelt fahren“, weiß der Postsprecher.

Norbert Jänecke

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