Polizei warnt: Taschendiebe lieben Ferien

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Für Diebe und Betrüger sind die Sommerferien die schönste Zeit des Jahres, warnt die Polizei: Sie nutzen Zeiten, in denen viele Menschen unterwegs sind, um leichte Beute zu machen. 2014 haben die Täter so oft zugeschlagen wie in den zehn Jahren zuvor nicht. Die Polizei registrierte 157 069 Taschendiebstähle (2013: 135 617 Fälle) und damit einen Anstieg von fast 16 Prozent. Im Zuständigkeitsbereich des Präsidiums waren es trotz sinkender Zahlen im vergangenen Jahr immer noch 951 Taschendiebstähle.

Im Gedränge

„Insbesondere das Gedränge bei Veranstaltungen, in Geschäften oder Verkehrsmitteln machen sich Diebe zunutze, um Reisende zu bestehlen“, sagt Gerhard Klotter, Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Im Jahr 2014 entstand dabei in Deutschland ein Schaden von 45,9 Millionen Euro. Die meisten Fälle bleiben unaufgeklärt. „Die Täter sind in der Regel schon längst verschwunden, wenn die Opfer den Verlust von Geldbeutel, Smartphone oder anderer Wertgegenstände bemerken“, sagt Klotter. Taschendiebe sind oft professionell agierende, international reisende Täter, die in ganz Europa aktiv sind.

Jeder Urlauber kann mit einiger Vorbereitung und Aufmerksamkeit verhindern, dass er Opfer von Diebstahl oder Betrug wird. „Noch vor Reisebeginn raten wir als Polizei dazu, alle wichtigen Unterlagen wie Ausweispapiere zu kopieren - so sind im Falle eines Falles alle notwendigen Daten schnell zur Hand“, rät Klotter. Weitere Empfehlungen für einen sicheren Urlaub:

1Tragen Sie auf der Fahrt in Ihren Urlaubsort Ihre Zahlungsmittel, Ausweise und Dokumente direkt am Körper.

2Lassen Sie Ihre Wertgegenstände oder Ausweispapiere nie unbeaufsichtigt liegen - auch nicht im Fahrzeug, wenn Sie z. B. bei einem Stopp an der Tankstelle oder Raststätte nur kurz aussteigen.

3Seien Sie misstrauisch, wenn Sie auf Parkplätzen auf vermeintliche Schäden an Ihrem Fahrzeug aufmerksam gemacht werden oder Sie jemand bittet, anderen auf Landkarten den Weg zu zeigen. Das können Tricks sein, um Sie aus dem Wagen zu locken, damit Diebe daraus Wertsachen stehlen können.

4Auch Busreisende sollten bei Tank-, Rast- oder Besichtigungsaufenthalten keinerlei Wertgegenstände im Bus zurücklassen. Es sei denn, der Fahrer oder andere vertrauenswürdige Personen bleiben im Bus und passen auf.

5Bahnreisende sollten ihr Gepäck immer im Auge behalten, besonders in Bahnhöfen. Dort nutzen Diebe selbst die geringste Unaufmerksamkeit aus, beim Fahrkartenkauf oder bei Telefonaten.

6Möglichst wenig Bargeld mitnehmen, möglichst selten zeigen..

7Nutzen Sie unterwegs keinen Geldautomaten, an dem etwas ungewöhnlich erscheint, etwa abstehende und vor allem lockere Teile oder Spuren von Kleber rund um den Kartenschlitz.

8Sollten Ihnen trotz aller Vorsicht Zahlungskarten abhandengekommen sein, lassen Sie diese sofort für den weiteren Gebrauch sperren, z. B. telefonisch über den bundesweiten Sperr-Notruf (0049) 116 116.