Polizei nimmt Rocker in Bottrop ins Visier

Die Kutte der Satudarah Recklinghausen
Die Kutte der Satudarah Recklinghausen
Foto: Fremdbild
Der Motorradclub „Brothers MC Germany“ meldet eine Neugründung in Bottrop. Dritte Neuansiedlung seit 2013 nach Bandidos Bottrop und Satudarah Recklinghausen.

Bottrop.. Seit einigen Tagen macht sich eine neue Rockergang im Ruhrgebiet breit. Der „Brothers MC Germany“ hat nach eigenen Aussagen ein Chapter in Bottrop gegründet.

Die Polizei bestätigt die Gründung der „relativ neuen Gruppierung“, sagt Polizeisprecherin Ramona Hörst. Die Polizei werde den „Brothers MC Bottrop“ im Auge behalten: „Da bleiben wir am Ball. Und das hat sich in den letzten Jahren bewährt.“ Zum Beispiel bei den Bandidos und ihrem Unterstützerclub Chicanos, die 2013 unter starker Polizeibegleitung ihr Clubhaus am Nordring eröffneten. Und als die niederländische Rockergang „Satudarah“ ebenfalls 2013 über einen Bottroper Geschäftsmann im nördlichen Ruhrgebiet den Einstieg ins Rotlichtmilieu versuchte, wurden sie wirksam eingebremst vom Kommissariat für Organisierte Kriminalität im Polizeipräsidium Recklinghausen.

Die Ermittlungskommission „Florida“ ermittelte verdeckt, schlug mit Hilfe von Spezialeinsatzkommandos im April in fünf Städten in NRW zu und konnte kurz darauf vermelden, dass die als äußerst brutal geltenden Satudarah-Rocker die Flagge strichen: „Das Satudarah-Chapter Recklinghausen existierte nach der Aktion nicht mehr“, meldete Polizeisprecher Michael Franz im Mai 2014.

Der neue Rockerclub stellt sich offensichtlich breit auf: Weitere Neugründungen melden die Rocker in Duisburg, Oberhausen, Essen und Gelsenkirchen. Die Gelsenkirchener Polizei bestätigte, dass sich die „Brothers MC“ gerade in der Region „aufbaue“. Auch das Landeskriminalamt hat die neue Rockergruppe bereits auf dem Radar, hält sich aus ermittlungstaktischen Gründen aber noch mit einer Bewertung zurück. „Die Rockerszene ist sehr dynamisch und ständigen Veränderungen unterworfen, die genauestens beobachtet werden“, so LKA-Sprecher Frank Scheulen.

Welche Konsequenzen sich nun für die Rockerszene im Ruhrgebiet ergeben, bleibt abzuwarten. Mit dem Auftreten des MC Satudarah im Sommer 2012 hatten sich die Rockerbanden vor allem im westlichen Ruhrgebiet einen erbitterten Revierkampf geliefert.

Nach Einschätzung der Polizei ist es nicht mehr unüblich, dass sich der „MC Brothers“ aus Mitgliedern anderer Clubs wie den Hells Angels, Bandidos und United Tribuns rekrutiere. Das frühere Gesetz der lebenslangen Treue sei in der Szene „aufgebrochen“, sagt die Polizeisprecherin: „Die Clublandschaft ist im Augenblick sehr dynamisch, wir registrieren durchaus Wechselfreude.“