Polizei klärt über Sicherheitsabstand auf

Berufskraftfahrer Michael Priebeck hört Polizeioberkommissar Andreas Boll aufmerksam zu, und Polizeioberkommissar Jörg Fischer tauscht sich mit Fahrlehrer Christian Antonio aus (von links).
Berufskraftfahrer Michael Priebeck hört Polizeioberkommissar Andreas Boll aufmerksam zu, und Polizeioberkommissar Jörg Fischer tauscht sich mit Fahrlehrer Christian Antonio aus (von links).
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Verkehrssicherheitsberater kommen auf der Raststätte Bottrop-Süd an der A2 mit vielen Lkw-Fahrern ins Gespräch und stellen ihnen die Messtechnik für Kontrollen vor.

Bottrop..  Aufmerksamkeit ist den Polizisten sicher. Ihr Transparent an der Raststätte Bottrop-Süd an der Autobahn A 2 ist nicht zu übersehen. „Abstand halten“, steht darauf, und „50“. Auf den engen Fahrgassen vor der Raststätte gilt das selbstverständlich nicht.

Die Polizisten der Autobahnpolizei Münster sind hier, um aufzuklären und zu beraten. 50 Meter - das ist der Mindestabstand, den ein Lkw bei Tempo 50 zu dem vor ihm fahrenden Fahrzeug einhalten muss. Um diesen einzuhalten, können sich Autofahrer an den Leitpfosten an den Autobahnen orientieren. Denn diese stehen im Abstand von 50 Metern. Polizeihauptkommissar Christoph Becker ist vor dem blau-weißen Polizei-Bulli ins Gespräch mit zwei Lkw-Fahrern vertieft. „Man rutscht ja auch schon mal auf 40 Meter. Das wissen wir ja auch“, zeigt der Verkehrssicherheitsberater Verständnis für den Alltag der Fahrer. „Bei Tempo 80 legt man pro Sekunde 22 Meter zurück“, erklärt er. „Wenn ich nur eine Sekunde unaufmerksam bin, weil ich das Radio umstelle oder zur Cola greife oder eine Zigarette anzünde“, mahnt Becker, dann hat sich der ohnehin schon zu kurze Bremsweg mehr als halbiert.

Wenige Meter weiter erklären die Polizisten Andreas Boll und Jörg Fischer dem Berufskraftfahrer Michael Priebek, mit welcher Messtechnik sie die Abstände zwischen den Autos kontrollieren. „Wir möchten dazu beitragen, das es gar nicht erst zu Unfällen kommt“, sagt Polizeihauptkommissar Hermann Lentfort. Mehr als zwei Drittel der Unfälle auf den Autobahnen im Bereich der Polizei Münster haben Lkw-Fahrer verursacht. Mangelnder Sicherheitsabstand war dabei eine der häufigsten Ursachen.

Deshalb sprechen die Beamten auf der Raststätte gezielt Lkw-Fahrer an; auch um ihnen klar zu machen, welche finanziellen Folgen es haben kann, wenn der Sicherheitsabstand unterschritten wird. Für den Fahrer eines Lkw mit mehr als Tempo 50 etwa ist ein Bußgeld von 80 Euro fällig, ein Busfahrer, der Fahrgäste dabei hat, müsste 120 Euro bezahlen. So ist auf dem Flyer zu lesen, den die Polizisten an die Autofahrer verteilen.

Häufige Unfallursache

„50 m - Prüfe den Abstand“ ist auf einem weiteren Flyer zu lesen - auch in Polnisch. Denn die Beamten wollen ja auch die vielen polnischen Fahrer, die gerade auf der Ost-West-Achse A 2 unterwegs sind beraten. Für ihre Kampagne macht die Polizei bewusst auf Rastplätzen wie in Bottrop Halt. „Hier machen viele Fahrer Pause. Da lässt sich entspannter miteinander reden als bei einer Verkehrskontrolle“, begründet Hauptkommissar Lentfort diese Aktion.