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Politischer Nachwuchs zieht an einem Strang

19.10.2009 | 10:49 Uhr
Politischer Nachwuchs zieht an einem Strang

Bottrop. Die Jugendorganisationen von SPD, CDU, FDP, Grünen und ÖDP in Bottrop haben einen „Ring politischer Jugend” gegründet. An erster Stelle steht das gemeinsame Ziel, Altersgenossen Lust auf Politik zu machen. Die Ideen reichen vom Blinddate mit einem Politiker bis zur Erstwählerparty.

„Wir sind keine super-homogene Gruppe”, gibt Simon Gremmler zu. Aber die Gemeinsamkeiten haben für einen Konsens ausgereicht: Die Jugendorganisationen von SPD, CDU , FDP, Grünen und ÖDP haben sich zum „Ring politischer Jugend” (RPJ) zusammengeschlossen. „Hauptaufgabe ist es nun, in gemeinschaftlichen überparteilichen Aktionen das Bewusstsein von Jugendlichen für Politik zu schärfen sowie Gestaltungs- und Einwirkungsmöglichkeiten aufzuzeigen, ohne dabei eine politische Richtung vorzugeben”, erklärt RPJ-Vorsitzende Judith Beckfeld.

Ähnliche Verbünde wurden in vielen größeren Städten gebildet, und vor einem Jahr gab die Anregung von Jugendamtsleiter Martin Notthoff und des verstorbenen CDU-Bürgermeisters Hans Schürmann den Anstoß, auf einen solchen Verbund auch in Bottrop hinzuarbeiten. Die Nachwuchsorganisationen hatten gehofft, berichtet Vorstandsmitglied Simon Gremmler, schneller das Ziel zu erreichen und wollten sich mit gemeinsamen Aktionen bereits zu Kommunalwahl- und Bundestagswahl zu Wort melden.

Meinungsstreit geht bei Satzungsgestaltung los

Aber während der regelmäßigen Treffen stellte sich heraus, dass der Meinungsstreit über Themen wie die Satzungsgestaltung keinesfalls das Privileg der älteren Politiker ist. „Es zeigt sich schon, dass aus unterschiedlichen politischen Richtungen diskutiert wird”, erklärt der 26-Jährige. Unbesetzt bleiben in der Debatte die Positionen der Linken und der DKP, da beide Parteien in Bottrop nicht mit Jugendorganisationen vertreten sind.

Simon Gremmler von der ÖDP. Bild oben: Beigeordneter Willi Loeven, der die Gründungsversammlung des RPJ leitete. Foto: Birgit Schweizer

Gemeinsame Aktionen, zu denen man sich bisher nur sporadisch verband, sollen nun die Regel werden. Jugendspezifische Themen will der RPJ aufbereiten und dabei neue Mittel einsetzen, damit Politik für junge Leute an Spannung gewinnt: Gremmler denkt an ein Blind Date, bei dem etablierte Politiker wenige Minuten lang die individuellen Fragen eines Jugendlichen beantworten, bevor sie zum nächsten Gesprächspartner wechseln.

Erstwähler-Party zur Landtagswahl

 „Wir wollten eine Erstwähler-Party veranstalten”, nennt Gremmler ein weiteres Projekt. Dafür ist es auch jetzt noch nicht zu spät. Im Mai stehen die NRW-Landtagswahlen an, und im Vorfeld will der RPJ zur Meinungsbildung beitragen. Die folgenden Jahre ohne Wahl, so Gremmler, werden zur Durststrecke und Bewährungsprobe: „Wenn Wahlen bevorstehen, sind die Themen präsenter.”

Stattdessen droht in dieser Phase der Alltag. Alle Jugendorganisationen leiden nach seiner Erfahrung unter dem Problem, dass Jugendliche sich selten für politische Zusammenhänge interessieren und engagieren: „Das ist bei Parteiarbeit sehr schwer, bei Politik geht es”, differenziert Gremmler. Sollte es dem RPJ gelingen, gemeinsame Anliegen und Interessen zu formulieren und damit über die Parteigrenzen hinaus Jugendliche zu interessieren, wäre das für ihn ein Erfolg. In Bezug auf Politik spürt er bei vielen Altersgenossen „eine gewisse Resignation”, als ob sie die gewachsene Frustration der älteren Bürger übernommen hätten. „Politik kommt nicht positiv rüber”, weiß Gremmler.

Der Unterstützung der Stadtverwaltung kann sich der RPJ sicher sein. Beigeordneter Willi Loeven leitete die Gründungsversammlung, und seither beschäftigt den jungen Vorstand ein altes Parteiproblem, nämlich die Finanzierung geplanter Aktionen. Eventuell wolle die Stadt auch dabei helfen, so Gremmler.

Marie-Luise Schmand



Kommentare
20.10.2009
00:01
Politischer Nachwuchs zieht an einem Strang
von dr.einstein | #9

Mal ganz im Ernst, angenommen, ein Jugendlicher würde sich hier auf diese Seiten verirren und die politischen Diskussionen hier auf derwesten.de verfolgen, glaubt denn jemand im Ernst, der würde sich daraufhin für Politik interessieren?
Solange die offizielle Politik darin besteht, alles unangenehme totzuschweigen und stattdessen Floskeln in die Welt zu setzen und die Diskussion and er Basis nicht über Stammtischniveau herauskommt, nützen auch Wahlpartys und ähnlicher Schnickschnack nichts.

19.10.2009
18:47
Politischer Nachwuchs zieht an einem Strang
von hurra Bottrop | #8

Ich finde es gut, dass sich die Jungen Demokraten zusammenfinden und die desillusionierten Wähler(innen) in unserer Stadt zum Urnengang zu bewegen versuchen.
Eine Wahlbeteiligung von gerade 50 % bei einer Kommunalwahl ist nicht nur schlimm, sondern eine Katastrophe. Diese Situation haben die großen Parteien zu verantworten.
Man darf heute eines nicht vergessen!
Die stärkste Partei in Bottrop, die SPD, würde reell gerade einmal 21 % Zustimmung erfahren. Noch schlimmer die Zustimmung für den 1. Mann unserer Stadt. Er hat insgesamt eine Zustimmung von gerade einmal 28 % und stellt damit mit Abstand einen Minusrekord der stimmberechtigten Wählerschaft auf.
Das sich nun junge Leute zusammenschließen, um etwas an dieser Situation zu ändern, finde ich daher hervorragend.
Der nächste OB braucht mehr Zustimmung, als gerade einmal 28 % der wahlberechtigten Stimmen!
Stefan Soppe
www.soppe-stefan.de

19.10.2009
18:03
Politischer Nachwuchs zieht an einem Strang
von zumba | #7

@ uljanow #1 muss man Ihrer Meinung nach das eine Extrem (rechts) befürworten, wenn man gegen das andere Extrem (links) ist? Nein muss man nicht. Junge Nationaldemokraten möchte ich hier in Bottrop natürlich nicht haben. Aber eben genau so wenig wie ich eine SED-Nachfolgerpartei-Jugend hier haben will.

@Bob #5 was hat das denn damit zu tun, ob es mal SEDler in Bottrop gab? Ich spreche nicht von einer SED-Jugend sondern einer SED-Nachfolgepartei-Jugend.
Wer anderen angreift (dumme Phrasen nachplappern) sollte vielleicht erst mal selbst überlegen was er sagt oder schreibt. Sonst schießt man schnell ein Eigentor.

Das DieLinke eine Nachfolgepartei der SED ist (wenn auch nur zum Teil durch die PDS) ist nunmal Tatsache.

19.10.2009
14:21
Politischer Nachwuchs zieht an einem Strang
von Herbie4 | #6

Schon lustig, dass es die Jugend in Bottrop noch garnicht gibt und hier jetzt über die SED gelabbert wird bei den Kommentaren. Lustig und auch völlig unangebracht.

19.10.2009
13:43
Politischer Nachwuchs zieht an einem Strang
von Bob | #5

^^ Eben - vor allem wo es so unheimliche viele SED`ler früher in Bottrop gab....glaube sogar, die SED war mal stärkste Partei in Bottrop *G*

Naja, Geschichte ist nicht was für jedermann, dumme Phrasen nachplappern können da schon wesentlich mehr ;-)

19.10.2009
11:36
Politischer Nachwuchs zieht an einem Strang
von uljanow | #4

#1
Dann lieber die faschistischen Jungen Nationaldemokraten, nicht wahr?
SED Nachfolgejugend, was ist das?

18.10.2009
20:52
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

18.10.2009
19:51
Politischer Nachwuchs zieht an einem Strang
von Hans | #2

Die Linken werden sehr bald einen Jugendverband in Bottrop haben!

18.10.2009
19:41
Politischer Nachwuchs zieht an einem Strang
von Noch ein Zebra... | #1

Unbesetzt bleiben in der Debatte die Positionen der Linken und der DKP, da beide Parteien in Bottrop nicht mit Jugendorganisationen vertreten sind.

Da soll noch einer sagen die Bottroper Jugend wäre dumm. So lange es nicht genügend idioten gibt, die eine Kommunisten- oder SED(Nachfolge)-Jugend gründen, ist doch noch alles Gut in Bottrop.

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