Pfarrkonvent zur neuen Gottesdienstordnung

In der Gemeinde St. Johannes geht der offene Streit um die neue Gottesdienstordnung weiter. Während Vertreter der Gemeinde Heilige Familie Grafenwald auf mehr Mitsprache und Transparenz drängen und ihre Sonntagsmesse behalten wollen, kündigt Franz Klein-Wiele als Vorsitzender des Pfarreirates an: Auf dem Pfarrkonvent am Sonntag ab 12.15 Uhr solle „eine Veränderung vorgestellt werden, die den Wünschen, die auf dem letzten Pfarreikonvent geäußert wurden, und den Möglichkeiten des Seelsorgeteams Rechnung tragen“.

Es geht um die neue Gottesdienstordnung nach dem Ruhestand des Feldhausener Pfarrers Gerhard Kaußen, die bis zum Sommer erprobt werden soll. Der Pfarreirat von St. Johannes hat im Juli 2014 beschlossen, die Vorabendmesse am Samstag in Feldhausen und die Sonntagsmesse in der Gemeinde Heilige Familie zu streichen. Seither gibt es aus Grafenwald und Feldhausen Proteste dagegen (die WAZ berichtete). Vertreter der Gemeinde Heilige Familie hatten im Oktober dem Pfarreirat angekündigt: „Nachdem uns mitgeteilt wurde, dass der Beschluss des Pfarreirates vor Ablauf der Probephase nicht mehr modifiziert wird, sehen wir uns gezwungen, den Beschluss aus formalen Gründen anzufechten.“ Er sei unwirksam, weil die in der Satzung des Bistums Münster vorgeschlagene Beteiligung der Verbandsvertreter nicht erfolgt sei. Deshalb hatte der Gemeindeausschuss Grafenwald bereits für die Pfarreiratssitzung im November beantragt, die alte Gottesdienstordnung bis zu einem satzungsgemäßen Beschluss bestehen zu lassen. „Insbesondere Samstags- und Sonntagsmessen“ sollten weiterhin zelebriert werden, Damals waren die Gemeindevertreter überstimmt worden, was erbitterte Debatten in St. Johannes ausgelöst hatte.

Neben dem von Franz Klein-Wiele angekündigten Kompromissvorschlag hat der Gemeindeausschuss mit Blick auf die endgültige Entscheidung um ein transparentes Verfahren gebeten. „Konfrontationen sollen vermieden werden, der Gemeindeausschuss bittet aber um satzungsgerechte Beteiligung in einem kooperativen zielführenden Miteinander.“ Über den Gemeindeausschuss sollten vor einer Entscheidung die Vereine und Verbände einbezogen werden.