Pfarrer Galadzun fühlt sich in Bottrop zu Hause

Slawomir Galadzun ist der neue Pfarrer der Gemeinde Liebfrauen auf dem Eigen.
Slawomir Galadzun ist der neue Pfarrer der Gemeinde Liebfrauen auf dem Eigen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Schon von 1997 bis 2007 war der 55-Jährige Pfarrer in St. Pius auf dem Eigen. Seit Monatsbeginn ist er nun Pfarrer in der Liebfrauen-Gemeinde.

Bottrop..  Eigentlich war es für Pfarrer Slawomir Galadzun mehr ein Nachhausekommen als Neuland, als er zum Monatsbeginn neuer Pfarrer der Liebfrauen-Gemeinde auf dem Eigen wurde. Denn zehn Jahre lang – von 1997 bis 2007 – war er bereits Priester in St. Pius auf dem Eigen.

Er ist damals nicht gerne gegangen, als es los ging mit den ganzen Umstruktuierungen und beschlossen wurde, dass die Gemeinde St. Pius in Zukunft keinen eigenen Pfarrer mehr haben soll. Weit weg hat es ihn 2007 dann aber nicht verschlagen, bloß bis nach Oberhausen-Osterfeld, wo er Pastor in St. Franziskus wurde. Ein Katzensprung bis Bottrop, wo er auch in seiner Oberhausener Zeit noch Freundschaften pflegte, seine Einkäufe tätigte – und seine Runden mit dem Hund gedreht hat.

Schwerer Abschied von Oberhausen

Als es dann galt, die Pfarrstelle in St. Liebfrauen neu zu besetzen, gab es viele, die sich gewünscht haben, er möge zurück nach Bottrop kommen. Und so hat er tatsächlich einen Vorstoß beim Bistum gewagt, wenn auch ohne große Hoffnung, denn Pfarrstellen sind ja normalerweise kein Wunschkonzert. Aber diesmal hat es geklappt, Galadzun wurde Nachfolger von Pfarrer Georg Haffki, der im November in den Ruhestand gegangen ist. Der Abschied von Oberhausen war dann aber doch schwer.

Inzwischen hat sich der neue Pfarrer in seinem Pfarrhaus eingerichtet und auch Kaja, seine vierbeinige Begleiterin, hat ihren Platz gefunden. Die vierjährige Rhodesian Rigdeback Hündin, die Rasse stammt aus Südafrika, verschwindet brav auf ihrem Hundesofa, nachdem sie die Besucher begeistert begrüßt hat. Sie hat ihre Kissen und Plätze im Untergeschoss, folgt ihrem Herrchen in jeden Raum.

Das Pfarrhaus ist nun nicht mehr das direkt an der Kirche, sondern eine angemietete Doppelhaushälfte in der Schumannstraße. Die Gemeinde hat sich kleiner gesetzt, das frühere Pfarrhaus ist mit 250 Quadratmetern viel zu groß für einen Pfarrer und seinen Hund und soll in Zukunft wohl vermietet werden.

Pfarrhaus ist angemietet

Der Pfarrer wohnt nun in der Nähe der Kirche, quasi unter seinen Schäfchen. Das ist ihm nur recht, den er sucht den Kontakt zu den Menschen und möchte sie gewinnen für die Mitarbeit. „Als ich vor 17 Jahren das erste Mal hier war, waren wir noch vier Priester. Jetzt bin ich alleine.“ Er hat alle Hände voll zu tun und deshalb werden Menschen gebraucht, die sich einbringen und mitarbeiten. Und trotzdem kann sich die Gemeinde noch glücklich schätzen, einen Pfarrer zu haben: „Das ist ja längst nicht mehr selbstverständlich. Wir sind eine aussterbende Art“, bedauert der Priester den Mangel an Nachwuchs. Um Familien und um die Jugend will er sich kümmern – „Das ist unsere Chance!“ – und dabei auch neue Wege beschreiten. Und schließlich will er helfen, die zusammengeschlossenen Gemeinden eins werden zu lassen.

Geboren wurde Slawomir Galadzun vor 55 Jahren in Riesenburg in Ostpreußen. Aufgewachsen ist er bei seiner Großmutter, die aus Schalke stammte und zeitlebens stolz auf ihre Herkunft war. Deutsch hat er eher gelernt als Polnisch, seine Zukunft sah er immer in Deutschland. Vor fast 30 Jahren wurde er zum Priester geweiht, 1986 kam er nach Deutschland.