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Peking lernt vom Berufskolleg Bottrop

23.01.2015 | 18:50 Uhr
Peking lernt vom Berufskolleg Bottrop
Blick in eine Klasse der „Fengtai Vocational Education Center School“ in Peking, Partnerschule des Bottroper Berufskollegs. Schon bald werden Lehrer und Schüler aus Bottrop nach China reisen.Foto: Winfried Labus

Bottrop.   Die „Fengtai Vocational Education Center School“ in China hat großes Interesse an der dualen Berufsausbildung. Das Austauschprogramm ist auch bei den Bottroper Kollegschülern stark gefragt.

Im fernen China nimmt sich die „Fengtai Vocational Education Center School“ das Bottroper Berufskolleg zum Vorbild: In Peking will man lernen, wie die dort hoch geschätzte, deutsche duale Berufsausbildung funktioniert. Von der Kooperation soll aber natürlich auch die Bottroper Schule profitieren. Wie interessant der Kontakt zu Akteuren der aufstrebenden Wirtschaftsmacht China aus Bottroper Sicht ist, zeigt nicht zuletzt das große Interesse der Kollegschüler am ersten Austauschprogramm.

Denn nachdem die Tinte unter dem Vertrag getrocknet ist, geht’s jetzt daran, die Kooperation mit Leben zu füllen. Rund 15 Schüler und drei Lehrer werden unter der Leitung des stellvertretenden Schulleiters Klaus Wiegert im September eine zehntägige Reise nach China antreten. Mehr als doppelt so viele junge Leute hatten schon ihr Interesse bekundet, weshalb das Berufskolleg mit einem Info-Abend am Donnerstag auch gleich ein Auswahlverfahren startete. Laura Münch (19) etwa macht eine Ausbildung beim Automobiltuner Brabus als Groß- und Außenhandelskauffrau mit dem Ziel Wirtschaftsfachwirtin. Sie weiß: China ist ein wichtiger Absatzmarkt; Brabus ist in Peking auch mit einem Standort vertreten. Nora Benomrane, die ihr Abitur am Wirtschaftsgymnasium macht, fände es gut schon jetzt einen Eindruck davon zu bekommen, worauf man sich später im Berufsleben vielleicht einlassen könnte. Die 17-Jährige zeigt sich offen für die asiatische Kultur: „Ich würde auch Hühnerfüße probieren.“ Vielleicht tut’s ja auch die Peking-Ente, denn deren Zubereitung wird unter anderem an der Kooperationsschule gelehrt.

Ausgebildet wird dort Vollzeit in der Schule – in den unterschiedlichsten Bereichen von der Gastronomie über Film/TV, Informatik und Kfz-Technik bis hin zu Erziehern, erläuterte Berufskolleg-Leiter Guido Tewes. Als Kundschafter besuchte er bereits mit seinen Kolleginnen Marion Knuth und Astrid Hildenbrand die Partnerschule mit ihren neun Standorten im Pekinger Stadtviertel Fengtai, das über zwei Millionen Einwohner zählt. Praktisch tätig werden die chinesischen Azubis trotzdem – in der schuleigenen Autowerkstatt zum Beispiel oder in dem Flugzeugrumpf, der für angehende Stewardessen in der Schule steht.

„Sie sind sehr leistungsorientiert, haben aber eine andere Vorstellung vom Unterricht als wir“, berichtete Marion Knuth. Von den Bottropern wollten die Pekinger vieles übernehmen. „Andererseits sind sie auch bereit etwas dafür zu tun, dass ihre Gäste aus Deutschland eine Menge mitnehmen“, stellt Knuth in Aussicht.

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2015-01-23 18:50
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