Patientenpflege unterliegt rasantem Wandel

Christa Hermes (rechts) ist neue Pflegedienstleiterin im Knappschaftskrankenhaus Bottrop. Der Kontakt zu den Stationen ist ihr sehr wichtig. Hier bespricht sie sich mit Kerstin Richly, Stationssekretärin, und Melanie Dübbert, Kranken- und Gesundheitspflegerin (v.l.).
Christa Hermes (rechts) ist neue Pflegedienstleiterin im Knappschaftskrankenhaus Bottrop. Der Kontakt zu den Stationen ist ihr sehr wichtig. Hier bespricht sie sich mit Kerstin Richly, Stationssekretärin, und Melanie Dübbert, Kranken- und Gesundheitspflegerin (v.l.).
Foto: Michael Korte
Christa Hermes ist die neue Pflegedirektorin im Knappschaftskrankenhaus Bottrop. Für die Zukunft sieht sie große Herausforderungen: Nicht nur die Patienten werden älter, sondern auch die Mitarbeiter.

Bottrop..  Sie ist ein Kind des Ruhrgebiets. Diese Tatsache ist Christa Hermes überaus wichtig. Geboren in Duisburg ist die 48-Jährige nach jahrzehntelanger beruflicher Wanderschaft durch zahlreiche Kliniken in Deutschland nun zurückgekehrt und seit Jahresbeginn die neue Pflegedirektorin im Knappschaftskrankenhaus Bottrop. Das Ruhrgebiet und die Pflege - dies zu verbinden, bedeutet für Christa Hermes die Erfüllung eines langjährigen Traumes.

Natürlich nutzte Christa Hermes ihre ersten beiden Arbeitswochen so gleich dazu, das Haus kennenzulernen. „Ich wurde herzlich und offen aufgenommen, und ich sehe ein tolles professionelles Team“, fasst die Pflegedirektorin ihre ersten Eindrücke zusammen. „Mich beeindruckt, dass das gute Miteinander ergänzt wird durch eine fachübergreifende Zusammenarbeit zwischen Pflegedienst und Ärzten.“

Christa Hermes’ Leidenschaft galt immer schon der Pflege, in die sie gleich nach dem Realschulabschluss mit einem Jahrespraktikum einstieg. „Mich reizte an dem Beruf der Bezug zum Menschen. Ich wollte sie unterstützen, dass es ihnen besser geht und schätzte auch stets den Austausch mit den Angehörigen“, so Hermes. Heute bringe die Arbeit in Verwaltung und Management zwar weniger Kontakte zu den Patienten mit sich. „Dennoch hat der Kontakt zu den Stationen auch als Pflegedirektorin hohem Stellenwert für mich“, so Hermes. „Ich möchte jeden Mitarbeiter persönlich kennenlernen und nicht nur als Namen auf einer Liste wissen.“

Nach der Ausbildung zur Krankenschwester am Marienhospital in Mülheim/Ruhr (1984 bis 1987) und einer Vollzeitweiterbildung zur Pflegedienstleitung (1998 - 2000) führte der berufliche Weg die geborene Duisburgerin an verschiedene Kliniken in Wilhelmshaven, Leverkusen und Neunkirchen im Saarland. Dort arbeitete sie seit Oktober 2011 als Pflegedirektorin, bevor es nun zurück ging ins Ruhrgebiet.

Ebenso wie Christa Hermes der Wandel des Ruhrgebietes von der Schwerindustrie „zu einem Schmelztiegel für Multikulturelles“ fasziniert, so sehr beeindruckt sie auch der Wandel, der sich im Pflegebereich in den letzten Jahrzehnten vollzog. „Die Entwicklung in Technik und Hilfsmitteln sowie die Akademisierung der Pflege sind enorm fortgeschritten, und die Pflege hat sich zunehmend Gehör verschafft“, so Hermes. „Die Wahrnehmung des Pflegeberufs in der Öffentlichkeit hat sich ebenso gewandelt wie die Aufgaben im Pflegeberuf selbst.“ Der Beruf sei anstrengend und anspruchsvoll wie eh und je. Das bringe schon der Schichtdienst sowie die Tatsache mit sich, dass Pflege 365 Tage im Jahr rund um die Uhr geleistet werden müsse. Neben ganzheitlicher Versorgung des Patienten werde die Dokumentation immer wichtiger. Zudem erschließen sich durch die Anforderungen an die Pflege immer neue Facetten: Heutzutage gäbe es eben nicht mehr nur die Krankenschwester, sondern beispielsweise Fachkräfte für Wund- und Schmerzmanagement, Diabetesberatung oder Hygiene.

Eine große Herausforderung für die Zukunft sieht die Pflegedirektorin nicht nur in den Bedürfnissen der immer älter werdenden Patienten: „Auch die Pflegekräfte werden älter“, so Hermes. „Daher gilt es, Strategien zu entwickeln, dass Pflegekräfte so lange wie möglich in ihren Beruf arbeiten können. Ältere Mitarbeiter haben ein exorbitantes Fachwissen. Und wir müssen Strategien entwickeln, dass möglichst viel davon an den Nachwuchs weitergegeben wird.“