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Pannenkurs: Einfacher als gedacht

12.02.2012 | 17:42 Uhr
Pannenkurs: Einfacher als gedacht
Foto: Winfried Labus / WAZ Foto Pool

Bottrop. „Wow, das ist mein absolutes Traumauto!“ Doris Niggemeier steht in einem gläsernen Pavillon mit Hebebühne im Mercedes-Center Lueg vor einem schwarzes SLK-Cabrio. Das neueste Modell versteht sich. Und an diesem Wagen sollen nun zwölf interessierte Damen alles erfahren, was sie schon immer über Autos wissen wollten und wo sie selbst Hand anlegen können.

„Ich möchte aus diesem Kurs vor allem mitnehmen, wie ich mir oder Freunden bei einer Autopanne helfen kann“, sagt Doris Niggemeier. Ein bisschen wisse sie schon, aber dazu lernen könne man ja immer.

Es geht los: Notizblöcke werden gezückt, alle hören aufmerksam zu, einige der Frauen haben Arbeitshandschuhe mitgebracht, man kann ja nie wissen. Peter Murek, Betriebsleiter des Autohauses, und Michael Lenaers, Kfz-Mechaniker bei Lueg, führen durch den Workshop. „Wir hätten nie damit gerechnet, dass sich so viele Frauen anmelden. Man sieht, dass ein großes Interesse am Thema Auto besteht“, so Murek.

Neue Kurse
Schon geplant

Die Resonanz auf den Autopannenkurs war so groß, dass bereits eine zweite Veranstaltung in Planung ist. Interessierte Frauen können sich in der Katholischen Familienbildungsstätte bei Judith Kessel unter 02041/690242 anmelden. Auch ein Fortgeschrittenen-Kurs ist in Planung und wird bei ausreichender Teilnehmerzahl bald angeboten.

Judith Kessel von der Katholischen Familienbildungsstätte hatte den Kursus organisiert. „In unserer Einrichtung ist das Aufgabengebiet der Alltag. Dazu gehört auch das eigene Fahrzeug. Wir wollen den Frauen Mut machen, sich mehr zuzutrauen. Vieles ist leichter, als man denkt.“ Und so wird dann auch Hand angelegt: Zuerst geht es um den Reifendruck. Zwei Freiwillige melden sich, die übrigen schauen interessiert zu.

Mina Roer ist begeistert von diesem Kurs: „Was mein Mann zu Hause am Auto macht, ist das eine, aber ich will auch selbst verstehen, was da passiert.“ Dieser Anspruch zieht sich als roter Faden durch die Veranstaltung: Die Frauen möchten wissen, was sie bei ihrem Auto selbst kontrollieren, welche Arbeiten sie selbst erledigen können. Und zeigen sich erstaunt, wie einfach ihnen die Arbeiten von der Hand gehen. „Wir alle wollen lernen, bis zu einem gewissen Punkt auch alleine klar zu kommen“, so Mina Roer. Und nachdem sie den Reifendruck gemessen und den Ölstand überprüft hat, meint sie: „Ist alles gar nicht so schwierig“, und strahlt dabei.

Wo kann ich ablesen, welchen Reifendruck mein Fahrzeug braucht? Wie bediene ich ein Luftdruckmessgerät? Wie lagere ich Reifen richtig? Die aufkommenden Fragen werden in aller Ruhe beantwortet.

Der Kurs soll zwei Stunden dauern, nach der Hälfte der Zeit ist die Gruppe immer noch bei den Einführungsthemen: „Hier kommen richtig gute Gespräche in Gang, die möchten wir dann auch ungern unterbrechen“, entscheidet Betriebsleiter Peter Murek „Wir machen so lange weiter, bis alle Fragen geklärt sind.“

Und so wird Wischwasser nachgefüllt, gezeigt, wo sich die Behälter für Bremsflüssigkeit und Kühlwasser befinden, und es werden die Kontrolllämpchen besprochen. „So ausführlich, wie wir die Damen hier beraten, reparieren die bald ihre Autos alle selber“, lacht Michael Lenaer.

Doris Niggemeier stellt ihre Fragen und macht sich Notizen, bevor sie resümiert: „Die Veranstaltung finde ich richtig gut. Ich erfahre hier viel Neues. Okay, meinen 15 Jahre alten B-Corsa kann man zwar nicht mit meinem Traumwagen hier vergleichen, aber die wichtigsten Teile finde ich auch in meinem Auto wieder.“ Gerade kommt noch eine Frage auf. Sie schreibt wieder mit.

Jennifer Rüdinger

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